Facit in Leer

Kreuzung in der Innenstadt wird umgestaltet

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 05.05.2022 08:53 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die aktuelle Verkehrsführung an der Kreuzung soll überarbeitet werden. Das Foto zeigt den Blick auf die Verkehrsinsel aus Richtung Bahnhof kommend. Rechts geht es in die Großstraße. Foto: Kierstein
Die aktuelle Verkehrsführung an der Kreuzung soll überarbeitet werden. Das Foto zeigt den Blick auf die Verkehrsinsel aus Richtung Bahnhof kommend. Rechts geht es in die Großstraße. Foto: Kierstein
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Die Kreuzung Friesenstraße / Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße in Leer soll umgestaltet werden. Aus der Politik gab es Zweifel an der Praktikabilität der Pläne.

Leer - Noch in diesem Monat soll es losgehen. Die Kreuzung Friesenstraße / Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße soll umgestaltet werden. Die Anpassung gehört zum Projekt Facit. Entsprechend stehen die Fahrradfahrer im Fokus. Am Plan gab es jedoch auch Kritik von der Politik.

Was und warum

Darum geht es: Im Rahmen des Projekts Facit muss eine Kreuzung umgestaltet werden. Darüber gab es Diskussionen.

Vor allem interessant für: alle Auto- und Radfahrer, die oft in der Innenstadt sind

Deshalb berichten wir: Der aktuelle Plan wurde im Ausschuss vorgestellt.

Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

„Aus unserer Sicht ist der Plan rechtssicher. Dabei ist zu wissen: Die Rotmarkierungen signalisieren für Fahrradfahrer keine Vorfahrt. Das ist auch am Bummert so“, betont Christiane Wüsteney-Arbabi von der Verwaltung. In der aktuellen Planungen queren zwei rote Radfahrstreifen die Kreuzung. Eine über die Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße, die dort noch von einem Zebrastreifen für Fußgänger flankiert wird. Eine weitere verläuft quer über die Großstraße. Zudem soll auf der Mittelinsel ebenfalls ein neuer Rotstreifen entstehen.

Keine Vorfahrt für Radfahrer

Der Streifen über die Mittelinsel ist für Radfahrer, die von der Großstraße in die Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße wollen. Dafür wird der aktuell bestehende Streifen, der quasi dem Verlauf der Friesenstraße folgt, verschoben und einige Meter in die Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße verlegt. Dieser soll über die Friesenstraße geführt werden. „Sowohl an der Großstraße als auch auf der Insel werden Vorfahrt-gewähren-Schilder installiert. Die Radfahrer müssen Autos vorlassen“, so Wüsteney-Arbabi. Diese Schilder richten sich ausschließlich an die Radfahrer. Da auch diese sich immer auf der rechten Fahrseite halten müssen, wurde auch der Übergang von der Friesenstraße in den Bahnhofsring, der hinter der Kreuzung beginnt, überarbeitet.

So soll die Kreuzung künftig aussehen. Grafik: Reil
So soll die Kreuzung künftig aussehen. Grafik: Reil

Hier soll über gestrichelte Linien den Radfahrern signalisiert werden, wo sie die Straße kreuzen können. Nur wenige Meter weiter soll ein Zebrastreifen entstehen, der Fußgängern vorbehalten ist. Über die Details war man in Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr nicht glücklich. Heinz Dieter Schmidt (SPD): „Wir haben überlegt, zu beantragen, dass das neu geplant wird. Wir halten die Planungen für unglücklich, denn die Realität wird eine andere sein.“

Zweifel der Politik

Konkret befürchten die Politiker, dass Fahrradfahrer eher den Zebrastreifen nutzen würden, um so ein Vorfahrtsrecht zu bekommen. Zudem wird befürchtet, dass es beim Übergang der Insel zur Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße zu Unfällen kommen könnte, da Autofahrer nicht wüssten, wer jetzt Vorfahrt habe. „Radfahrer, die auf dem Zebrastreifen fahren und einen Unfall haben, haben in jedem Fall eine Mitschuld“, verteidigte die Stadtmitarbeiterin den Plan. Sie wies darauf hin, dass eine Neuplanung den Zeitrahmen des Facit-Projekts sprengen könnte.

Auch Sven Dirksen (FDP) verteidigte den Plan. „Dieser Entwurf ist gelungen. Die meisten Unfälle gibt es da zur Mittagszeit, wenn Schüler in Richtung Bahnhof fahren“, sagt er. Diese würden sich oft nicht an die Verkehrsregeln halten. Auch Wüsteney-Arbabi hielt ein Plädoyer: „Wenn sich die Leute nicht an die Regeln halten, können wir eh aufhören zu planen. Dann muss man an der Ecke leider mehr kontrollieren. Der Plan ist rechtssicher.“

Gudrun Bonow (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Aktuell funktioniert es da überhaupt nicht.“ Es müsse deshalb etwas passieren. Deshalb und auch wegen des Zeitdrucks empfahlen die Ausschussmitglieder einstimmig, den vorgestellten Plan weiter zu verfolgen.

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