Bildung
Die Freie Christliche Schule kann kommen
Die Freie Christliche Schule Ostfriesland ist in Südbrookmerland erwünscht: Das liest die Gemeinde aus einer Befragung der Eltern von Grundschülern ab. Zwölf Prozent würden ihr Kind dorthin schicken. Reicht das?
Südbrookmerland - Die Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO) kann kommen: Zwölf Prozent der Eltern von Grundschulkindern in Südbrookmerland würden ihren Sohn oder ihre Tochter zu einer solchen Schule schicken. Das zeigt eine Elternbefragung der Gemeinde, deren Ergebnisse die Verwaltung am Mittwoch in einem Pressegespräch vorgestellt hat. „Man darf sich bei diesem Thema nicht von Emotionen leiten lassen“, sagte Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG). In den vergangenen Monaten sei immer wieder vom Elternwillen die Rede gewesen. Jetzt habe die Gemeinde endlich Zahlen, „auf denen wir aufbauen können, müssen und werden“.
Seit mehr als einem Jahr wird in Südbrookmerland darüber debattiert, ob die FCSO eine Zweigstelle im bald leerstehenden Gebäude der Haupt- und Realschule Moordorf eröffnen kann. Die in Veenhusen (Landkreis Leer) ansässige Privatschule mit Grundschule, Sekundarstufe I und gymnasialer Oberstufe wollte zum kommenden Schuljahr eine eigene fünfte Klasse nur für Kinder aus Südbrookmerland einrichten. Diese könnten dann zum Schuljahr 2023/24 zur neuen Zweigstelle in Moordorf wechseln, so die Idee.
Keine Südbrookmerland-Klasse in Veenhusen
Eine Südbrookmerland-Klasse in Veenhusen sei mittlerweile vom Tisch, sagte Erdwiens. Die Anmeldezahlen seien zu gering. Daher gehe es nun um die Frage, ob die FCSO wie geplant zum Schuljahr 2023/24 in Moordorf startet. Der Zuspruch der Eltern aus Südbrookmerland würde nur für eine Einzügigkeit reichen, erklärte der Bürgermeister. Da die Schule aber auch Schüler aus umliegenden Gemeinden anlocke, könne man von einer Zweizügigkeit ausgehen, nicht jedoch von einer Dreizügigkeit, wie sie die FCSO ursprünglich angestrebt habe. Die Frage ist, ob der Schule das reicht.
Auf Nachfrage betonte Erdwiens, dass die Gemeinde die Elternbefragung nicht gemacht habe, um die FCSO zu bremsen, wie Kritiker es dem Bürgermeister unterstellt hatten. Er habe immer gut mit der FCSO zusammengearbeitet und werde es weiter tun. Für kommende Woche sei ein weiteres Gespräch geplant. Es sei aber wichtig, dass man nun konkrete Zahlen habe, die auch etwas mehr ins Detail gehen.
„Letztlich entscheidet die Schule“
Auf die Frage, ob sie der Ansiedlung einer Gesamtschule in freier Trägerschaft zustimmen würden, haben fast zwei Drittel der Grundschul-Eltern in Südbrookmerland mit Ja geantwortet. Das aber heißt noch lange nicht, dass sie ihr Kind dorthin schicken würden. Zwei Drittel wären nicht bereit, Schulgeld zu zahlen. Und nur 14 Prozent wären bereit, mehr als 100 Euro pro Monat zu zahlen. Die FCSO verlangt 132 Euro.
Wie geht es nun weiter? Der Ball liege nun bei der FCSO, sagte Erdwiens. „Letztlich entscheidet die Schule.“ Erst wenn alle Details geklärt seien, komme wieder die Politik ins Spiel. Der Rat muss einen Grundsatzbeschluss zur Ansiedlung der Schule in Moordorf fassen.
Mutter hofft auf neue Schule in Moordorf
Zwei neue Schulen für Moordorf?
Eine weitere Schule hat Interesse an dem leerstehenden Gebäude der Haupt- und Realschule angemeldet: die Freie Schule Ostfriesland (FSO) mit Sitz in Großheide. Dabei handelt es sich um eine freie Alternativschule ohne feste Klassen, ohne Hausaufgaben und ohne Noten. Sie ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe mit Platz für 100 Kinder. Womöglich finden beide Schulen Platz in dem Gebäude. Das müssten die Gespräche in den kommenden Wochen zeigen, sagte Erdwiens. Nach den Sommerferien wolle man Klarheit haben. Die Verantwortlichen der FCSO wollen sich erst nächste Woche zu dem Thema äußern, wie Vorstandssprecher Konrad Huismann auf Anfrage sagte. Man wolle zuerst mit der Gemeinde sprechen.