Bildung

Auf dem Wunschzettel steht eine Realschule

| | 04.05.2022 18:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Realschule Aurich ist auch bei Eltern und Schülern aus Südbrookmerland beliebt. Doch sie platzt aus allen Nähten. Foto: Archiv/Ortgies
Die Realschule Aurich ist auch bei Eltern und Schülern aus Südbrookmerland beliebt. Doch sie platzt aus allen Nähten. Foto: Archiv/Ortgies
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Wenn sie frei wählen könnten, würden viele Eltern aus Südbrookmerland ihr Kind am liebsten zur Realschule schicken. Die Gemeinde appelliert nun an den Landkreis, den Wunsch zu erfüllen. Der Schulgutachter bleibt skeptisch.

Südbrookmerland/Aurich - Keine Schulform hat in Südbrookmerland so viele Fans wie die Realschule. Das hat eine Befragung der Eltern von Grundschulkindern ergeben. Die Gemeinde wollte von den Müttern und Vätern wissen, für welche weiterführende Schule sie sich entscheiden würden, wenn sie frei wählen könnten. Ergebnis: 37 Prozent der Befragten würden ihren Sohn oder ihre Tochter am liebsten auf die Realschule schicken. Weit abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei folgen die Gesamtschule (18 Prozent) und das Gymnasium (15 Prozent).

Das Problem: In Südbrookmerland gibt es keine Realschule. Die Realschule Aurich hat ihre Aufnahmekapazität zum kommenden Schuljahr begrenzt, weil sie aus allen Nähten platzt. 20 Prozent der jetzigen Fünftklässler an der Realschule Aurich kommen aus Südbrookmerland. Das wird künftig nicht mehr möglich sein.

„Mit aller Demut“

Die Gemeinde Südbrookmerland appelliert nun an den Landkreis Aurich, bei der Schulentwicklungsplanung den Wunsch nach einer Realschule zu berücksichtigen. „Das ist ein Signal an den Landkreis“, sagt Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG). Die Gemeinde könne eine solche Schule nicht selbst gründen, sagt Kämmerer Wilfried Müller. Der Ansturm auf die Realschule sei nicht nur in Südbrookmerland zu beobachten. Diese Schulform sei allgemein wieder beliebt.

Die Redaktion hat bei Wolf Krämer-Mandeau nachgefragt. Der vom Landkreis Aurich beauftragte Schulgutachter aus Bonn hatte vor acht Jahren für Empörung gesorgt, weil er die Realschule Aurich als Auslaufmodell bezeichnete. Auch jetzt berät Krämer-Mandeau den Landkreis Aurich bei der Schulentwicklungsplanung. Deren Fortschreibung soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein.

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„Ich bin nicht sicher, ob das ein allgemeiner Trend ist“, sagt Krämer-Mandeau zu der Realschul-Begeisterung in Südbrookmerland und Aurich. „Das hängt auch immer von handelnden Personen ab.“ In Dornum oder Wiesmoor könne das ganz anders aussehen. Er sei daher sehr gespannt, was bei der vom Landkreis geplanten Befragung von Eltern und Schülern herauskommt. „Das wird superspannend.“ Die Ergebnisse werde man „mit aller Demut“ auswerten.