Ermittlungen
Ukraine-Flagge gehisst: Eierwürfe auf Haus in Werlte
André Klaß aus Werlte hat aus Solidarität mit den Menschen in der Ukraine die blau-gelbe Flagge vor seinem Haus gehisst. Unbekannte haben daraufhin Eier an sein Haus geworfen.
Werlte - Aus Solidarität mit den Menschen in der Ukraine hat André Klaß aus Werlte die blau-gelbe Flagge vor seinem Haus gehisst. Unbekannte haben daraufhin Eier an sein Haus geworfen. Nun ermittelt der Staatsschutz, da von einer politisch motivierten Tat ausgegangen wird.
Er war „baff und perplex“, als er morgens seine Tür öffnete und „die Sauerei“ sah, so Klaß im Gespräch mit dieser Redaktion. Unbekannte hatten bereits in der Nacht auf den 14. April mindestens 20 Eier auf sein Haus und ein Auto davor geworfen.
„Es war trocken und warm, sodass ich gleich angefangen habe, alles mit Bürsten und Hochdruckreiniger zu entfernen“, sagt Klaß. Nach vier Stunden hatte er gemeinsam mit der Familie alles wieder gesäubert. Auch das Auto seines Sohns sei stark verschmutzt gewesen.
Der Staatsschutz ermittelt
Zur Verärgerung und Wut gesellte sich ein weiterer Gedanke: „Wer macht so etwas?“, fragt sich Klaß, der für die FDP im Werlter Stadt- und Samtgemeinderat sitzt. Somit brachte er den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige, wie auch eine Sprecherin der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Lingen bestätigt. Der Fall ist daraufhin an den Staatsschutz weitergeleitet worden, der nun auch ermittle. Dies sei geschehen, da die Tat wohl „einen politischen Hintergrund“ habe, wie es weiter aus Lingen heißt.
Davon geht auch Klaß aus. Verstehen kann er die Tat dennoch nicht: „Auch wenn es vielleicht nur Jugendliche waren, spiegelt es doch eine gewisse Einstellung wieder“, meint der Ratsherr, der in den 30 Jahren, die er in Werlte lebe, noch nie einen solchen Vorfall erlebt habe.
„Es ist traurig, dass es hier Leute gibt, die von freier Meinungsäußerung nichts halten.“ Er habe die Flagge gehisst, um seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen, die einem Angriffskrieg Russlands ausgesetzt seien.
„Die Flagge bleibt gehisst“
Kurz nach dem Vorfall stand bei Familie Klaß ein Urlaub an. Wie André Klaß berichtet, lebt er gemeinsam mit den Schwiegereltern auf dem Grundstück. Er sei sich nicht sicher gewesen, ob er die Schwiegereltern allein lassen sollte, „falls noch mehr passiert“, so Klaß.
Auch habe er den Rat erhalten, die Flagge abzunehmen. Doch der Schwiegervater habe sich dagegen ausgesprochen: „Die Flagge bleibt gehisst“, meint auch Klaß, der dann die Urlaubsreise antrat. Seither ist nichts wieder passiert.