Berlin
Nach Verurteilung: Warum Boris Becker die Abschiebung drohen könnte
Nach seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Insolvenzverschleppung, droht dem ehemaligen Tennisspieler Boris Becker nun der nächste Tiefschlag. Laut einem Bericht der „Daily Mail“ könnte der Deutsche nach seiner Haft aus Großbritannien abgeschoben werden.
Becker wohnt seit 2012 im Londoner Stadtteil Wimbledon – nicht weit von dem Ort, an dem er einst mit drei gewonnenen Grand-Slam-Turnieren Tennis-Geschichte schrieb. Allerdings besitzt der Deutsche nicht die britische Staatsbürgerschaft. Das könnte dem 54-Jährigen nach Angaben der „Daily Mail“ nun zum Verhängnis werden. Denn in Großbritannien gilt die Regelung, dass Ausländer, die nicht die britische Staatsbürgerschaft besitzen und länger als zwölf Monate in einem britischen Gefängnis sitzen, das Land verlassen müssen.
Dass das Königreich bei Boris Becker eine Ausnahme macht, gilt eher als unwahrscheinlich. Zwar hat der ehemalige Tennisstar noch die Möglichkeit, nach der Hälfte seiner Haftstrafe einen Antrag auf vorzeitige Entlassung zu stellen. Doch selbst damit würde er die Mindestinhaftierungsdauer von zwölf Monaten überschreiten.
Der Rechtsbeistand von Boris Becker kann noch Berufung gegen das Urteil einlegen. Bis dahin sitzt dieser weiterhin im Londoner Wandsworth-Gefängnis. Fast schon ironisch dabei: Die Justizvollzugsanstalt befindet sich ebenfalls nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem Becker einst Geschichte schrieb – dem Centre Court in Wimbledon.