Hannover
Niedersachsen: Uni-Minister Thümler im Ländervergleich Letzter
Rote Laterne für Niedersachsen: Im Ranking des Deutschen Hochschulverbandes schneidet Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) besonders schlecht ab.
Jedes Jahr kürt der Deutsche Hochschulverband (DHV) den „Wissenschaftsminister des Jahres“. Die jüngste Auszeichnung ist an Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) aus Baden-Württemberg gegangen, so wie auch schon in den Jahren 2013, 2015 und 2016. Wer in der Liste nach Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler sucht, muss allerdings ganz nach unten schauen. Der CDU-Politiker bildet mit der Note 3,92 unter den Landesministern das Schlusslicht.
Schlechter als Thümler schneidet in dem Ranking nur die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), mit der Note 4,58 ab. Die hochschul- und wissenschaftspolitischen Leistungen der erstplatzierten Ministerin Theresia Bauer wurden im diesjährigen DHV-Ministerranking mit der Note 2,86 bewertet.
Die Auszeichnung wurde bereits zum zwölften Mal vergeben und das Ergebnis in einer Online-Umfrage unter den 33.000 Mitgliedern des Verbandes ermittelt. An der Abstimmung vom 8. November bis 10. Dezember 2021 nahmen laut DHV 3332 Wissenschaftler teil.
Für das DHV-Ministerranking wurden sie gefragt, inwieweit sie die Bundesministerin beziehungsweise ihre Landesminister als geeignet für ihr Amt ansehen. Dabei konnten sie ihre an Schulnoten orientierte Bewertung auf sechs Stufen von „ideale Besetzung“ (Note 1) bis „denkbar schlechteste Besetzung“ (Note 6) angeben. Insgesamt sahen nur 6,2 Prozent ihre Minister als „ideale Besetzung“ an, aber 17,6 Prozent als „sehr schlechte“ beziehungsweise „denkbar schlechteste Besetzung“. Die durchschnittliche Bewertung entspricht einem „befriedigend minus“ (3,38).
Den niedersächsischen Wissenschaftsminister Thümler halten 32,1 Prozent der Befragten für eine „eher schlechte Besetzung“, 22,6 Prozent für eine „sehr schlechte Besetzung“ und immerhin 10,1 Prozent für die „denkbar schlechteste Besetzung“. Nur 2,4 Prozent der Abstimmenden sehen in dem Minister eine Idealbesetzung, aber immerhin 11,1 Prozent halten Thümler für eine „sehr gute Besetzung“ und 21,6 Prozent für eine „eher gute Besetzung“.
In den Jahren zuvor hatte Minister Thümler sich in dem DHV-Ranking zunächst im Mittelfeld bewegt (im Jahr 2019 auf Platz acht und 2020 auf Platz zehn), war aber schon im Jahr 2021 auf Platz 15 abgerutscht. Thümler selbst nimmt’s sportlich und lässt auf Nachfrage unserer Zeitung über eine Sprecherin mitteilen: „Der Minister begrüßt konstruktive Kritik und empfindet sie als Ansporn. Wer vielfältige Veränderungsprozesse anstößt, kann nicht mit ungeteilter Zustimmung rechnen.“
Der DHV bezeichnet sich selbst als „Mitgestalter der Hochschul- und Bildungspolitik in Deutschland“. Er vertritt eigenen Angaben zufolge die hochschulpolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der Hochschullehrer gegenüber Staat und Gesellschaft.