Osnabrück  Mit Verdis „Don Carlo“ und Kálmáns „Gräfin Mariza“ in die neue Saison

Stefan Lueddemann
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Von Stefan Lueddemann
| 09.05.2022 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Foto: Stefan Lueddemann
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Was bringt das Theater Osnabrück in der Spielzeit 2022/2023? Das Musiktheater startet jedenfalls mit einem großen Klassiker des Repertoires. Konservativ ist das Programm damit noch lange nicht.

„Das Musiktheater startet opulent“, kündigte Norbert Schmittberg, Mitglied der Operndirektion, bei der Pressekonferenz des Theaters Osnabrück zum Programm der neuen Spielzeit an. Zum Start bietet das Haus immerhin Guiseppe Verdis „Don Carlo“ (Premiere: 8. Oktober 2022) auf. Verdis mächtiges Musikdrama um Macht und Moral fügt sich nicht nur bestens zum 375. Jahrestag des Westfälischen Friedens, den die Stadt Osnabrück 2023 groß begehen will. Diese wirklich große Oper soll auch zum Prüfstein für das Ensemble werden. „Wir werden alle neun Ensemblesänger besetzen“, kündigte Schmittberg an.

Ein Opernspielplan als Trainingseinheit für das eigene Ensemble – diesen Gedanken vertiefte auch Generalmusikdirektor Andreas Hotz. „Uns geht es darum, das Ensemble zu entwickeln“, sagte er im Hinblick auf Mozarts letzte Oper „La clemenza di Tito“, die ab dem 4. März 2023 auf dem Spielplan stehen wird. Das Osnabrücker Ensemble verfüge über Sängerinnen und Sänger mit biegsamen und flexiblen Stimmen, die für Mozarts oft unterschätztes Werk bestens geeignet seien. Gerade Mozarts Musiktheater ist nach Einschätzung von Hotz die beste Schule für Sängerinnen und Sänger, die sich weiter entwickeln wollen.

Damit im Opernprogramm der nächsten Saison die Mischung stimmt, werden auch Operette, Musical und zeitgenössische Oper auf dem Programm stehen. „Als Stadttheater bedienen wir ein breites Publikum“, begründete Juliane Piontek, leitende Musiktheaterdramaturgin, die Entscheidung für Emmerich Kálmáns Operette „Gräfin Mariza“ (ab 3. Dezember 2022). Das 1924 uraufgeführte Stück fange die sozialen Gegensätze einer Zeit der Weltwirtschaftskrisen ein. „Über der Musik liegt eine feine Ironie“, sagte Piontek, die zugleich noch das Musical „Titanic“ von Peter Stone (ab 4. März 2023) ankündigte.

Auch in der neuen Spielzeit will das Theater Osnabrück mit zeitgenössischem Musiktheater glänzen und vergessene Opern neu entdecken. So kommen mit Jüri Reinveres Oper „Der Schatten“ (29. April 2023) und Jaromir Weinbergers „Wallenstein“ (10. Juni 2023) zwei selten gespielte Werke auf die Bühne. Intendant Ulrich Mokrusch betonte, dass das Theater Osnabrück gerade mit diesen Produktionen als Standort des besonderen Musiktheaters weiter profiliert werden soll.

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