Lambrechts Heli-Reise mit Sohn Unpassend, aber kein Rücktrittsgrund
Christine Lambrecht nimmt ihren Sohn öfter mal im Regierungsflieger mit. Das ist nicht verboten – und für sich genommen kein Rücktrittsgrund.
Minister haben einen vollen Terminkalender und sehr wenig Zeit für die Familie. Wenn Christine Lambrecht des öfteren mal ihren Sohn mitnimmt auf Dienstreisen und dies – wie offenbar geschehen – korrekt anmeldet und bezahlt, ist dagegen erstmal nichts einzuwenden. Es ist nicht verboten.
Bei Christine Lambrecht aber liegen die Dinge noch etwas anders. In ihrem Fall wird die Mücke zum Elefanten, weil es nicht das erste Mal ist, dass die Verteidigungsministerin das nötige Fingerspitzengefühl im Amt vermissen lässt. Einmal verkündet sie die Lieferung von 5000 Helmen an die Ukraine als große Wohltat, nach Amtsantritt flog sie erstmal in den Urlaub, später besuchte sie auf Stöckelschuhen die Truppe im malischen Wüstensand. Wer ohnehin schon unter Beobachtung steht, für den kann der Helikopterflug mit Sohn zum Truppenbesuch und anschließendem Osterurlaub auf Sylt, während Russland die Großoffensive im Osten der Ukraine startet, doch zum Problem werden. Es kostet Vertrauen, wenn der Eindruck entsteht, es hat System, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Ein Rücktrittsgrund ist all das noch nicht – aber die Verteidigungsministerin gibt keine gute Figur ab. Und das in Zeiten, in denen es besonders auf sie ankommt.
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