Freie Christliche Schule Ostfriesland plant Zweigstelle  Mutter hofft auf neue Schule in Moordorf

| | 10.05.2022 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Welche Schulform ist die richtige für mein Kind? Diese Entscheidung fällt nicht immer leicht. Foto: Murat/dpa
Welche Schulform ist die richtige für mein Kind? Diese Entscheidung fällt nicht immer leicht. Foto: Murat/dpa
Artikel teilen:

Nach einer Elternbefragung in Südbrookmerland ist unklar, ob die Freie Christliche Schule Ostfriesland dort eine Zweigstelle eröffnet. Eine 43-jährige Mutter hofft inständig darauf.

Südbrookmerland - Kommt sie oder kommt sie nicht? Seit mehr als einem Jahr wird darüber diskutiert, doch noch immer ist unklar, ob die Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO) zum Schuljahr 2023/24 eine Zweigstelle in der Gemeinde Südbrookmerland eröffnet.

Die in Veenhusen (Landkreis Leer) ansässige Privatschule mit Sekundarstufe I und gymnasialer Oberstufe möchte das bald leerstehende Gebäude der Haupt- und Realschule in Moordorf nutzen. Laut einer Elternbefragung der Gemeindeverwaltung würden zwölf Prozent der Mütter und Väter von Grundschulkindern in Südbrookmerland ihren Sohn oder ihre Tochter zu einer solchen Schule schicken.

Mehr als 400 Unterschriften gesammelt

Eine von ihnen ist Ina Dieling aus Victorbur. Die 43-Jährige ist Kopf einer Elterninitiative, die im März innerhalb weniger Tage mehr als 400 Unterschriften für die Ansiedlung der FCSO in Südbrookmerland gesammelt hat. Ihre Tochter besucht die dritte Klasse der Grundschule Wiegboldsbur und soll zum Schuljahr 2023/24 in jedem Fall zur FCSO wechseln. Sollte es mit der Zweigstelle in Moordorf nicht klappen, würde sie ihr Kind notfalls den weiten Weg nach Veenhusen schicken, sagt Dieling. Neben den 132 Euro Schulgeld pro Monat würde sie auch die zusätzlichen Fahrtkosten auf sich nehmen. „Ich bin absolut überzeugt von dieser Schule. Man hört nur Positives.“

Wie bewertet die Mutter das Ergebnis der Elternbefragung? Es sei so ausgefallen wie erwartet, sagt Dieling. Die Chancen für die FCSO hätten sich dadurch weder vergrößert noch verkleinert. Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) geht davon aus, dass das Interesse der Eltern aus Südbrookmerland für eine Einzügigkeit der neuen Schule reichen würde, also eine Klasse pro Jahrgang. Da die FCSO aber auch Schüler aus anderen Gemeinden anlocken würde, könnte die Schule zweizügig planen, hatte Erdwiens vergangene Woche gesagt. Reicht das? Dieling sagt: „Natürlich hoffen wir, dass die Schule kommt, aber ich kann nicht in die Glaskugel gucken.“ Die Entscheidung liege bei der FCSO. Es handele sich um ein Unternehmen, und das müsse wirtschaftlich denken.

„Ein Problem geschaffen“

Die Schule selbst hält sich nach wie vor bedeckt. Eigentlich hatte es am Montag ein Treffen mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung geben sollen. Erst danach wolle man sich öffentlich äußern, so Vorstandssprecher Konrad Huismann. Dieses Treffen sei aber krankheitsbedingt auf kommende Woche verschoben worden.

Aus der Politik gibt es Kritik an der Elternbefragung. „Man hat damit ohne Not die FCSO torpediert“, sagt Georg Wegener, Gruppenvorsitzender der Fraktion Grüne/SBL. Damit meint er das starke Eintreten der Eltern für eine Realschule. 37 Prozent der Befragten würden ihren Sohn oder ihre Tochter am liebsten auf eine Realschule schicken. Damit ist sie die mit Abstand beliebteste Schulform. Das Problem: Es gibt in Südbrookmerland keine Realschule, und auch der Weg nach Aurich ist Kindern aus Südbrookmerland neuerdings verbaut. „Man hätte sich die Befragung sparen können“, sagt Wegener. „Jetzt hat sich der Bürgermeister ein Problem geschaffen. Jetzt muss er zusehen, wie er eine Realschule kriegt.“ Er hoffe „inständig“, so Wegener, „dass die FCSO am Ball bleibt“.

CDU sieht sich bestätigt

CDU-Fraktionschef Hilko Gerdes sieht sich durch das Ergebnis der Elternbefragung im Nachhinein bestätigt. Die CDU habe sich seinerzeit als einzige Fraktion vehement gegen die Schließung der Haupt- und Realschule Südbrookmerland ausgesprochen. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Eltern damals auch auf die Straße gegangen wären.“ Die Anmeldezahlen hätten leider nicht mehr für die Haupt- und Realschule gesprochen.

Ähnliche Artikel

Den starken Zuspruch zur Schulform Realschule in der jetzigen Elternbefragung betrachtet Gerdes auch als Kritik an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Marienhafe-Moorhusen. Unabhängig davon hofft der CDU-Politiker, dass es mit der Ansiedlung der FCSO in Moordorf klappt. „Sie hat aber nur eine Chance, wenn sie auch im Umland von Südbrookmerland um Schüler wirbt.“