Klare Kante  Et kütt, wie et kütt

Dieter Weirich
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Eine Kolumne von Dieter Weirich
| 12.05.2022 09:12 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die Entscheidung am Sonntag in NRW ist ein wichtiger Stimmungstest. Die Bürger des Landes sehen Veränderungen allerdings eher gelassen - eine Kolumne.

Nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten sind kurzlebig. Peer Steinbrück und Jürgen Rüttgers wurden nach wenigen Jahren abgewählt, Hannelore Kraft brachte es auch nur auf eineinhalb Wahlperioden, Wolfgang Clement und Armin Laschet zog es vorzeitig in die Bundespolitik. Nicht ausgeschlossen, dass der neue Ministerpräsident Hendrik Wüst nach der Landtagswahl am kommenden Sonntag schon nach einem halben Jahr sein Amt wieder aufgeben muss und damit einen Rekord aufstellt, was die Kürze der Amtszeit betrifft. Dabei ist der Christdemokrat beliebter als sein sozialdemokratischer Herausforderer Thomas Kutschaty, auch seine Kompetenzwerte liegen höher.

Vertraut man den Umfragen, so liefern sich die Kontrahenten der beiden großen Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Werten um die 30 Prozent. Die derzeitige schwarz-gelbe Regierung ist weit von einer Mehrheit entfernt, die Grünen sind doppelt so stark wie die Liberalen. Eine Große Koalition ist an Rhein-und Ruhr nicht denkbar. Machtpolitisch sind dort die Felle klar verteilt. Die SPD beherrscht nach wie vor ihre Herzkammer, das Ruhrgebiet, die CDU hat im Münsterland und auch im Sauerland die Nase vorn.

Zur Person

Dieter Weirich (76), Publizist und Buchautor, ist ein Grenzgänger zwischen Medien und Politik. Der gebürtige Schwabe war hessischer Landtags- und Bundestagsabgeordneter der CDU und Intendant der Deutschen Welle. Heute lebt er in Berlin.

Eigentlich müsste die Partei mit den meisten Stimmen bei den Verhandlungen für eine Regierungskoalition favorisiert sein, doch stehen die Grünen in Treue fest zur SPD. Als Argument für eine Neuauflage der Ampel, diesmal in Düsseldorf, könnten die Stimmen im Bundesrat für das Berliner Bündnis ins Feld geführt werden.

Im Wahlkampf spielten die Bildungspolitik und der Wohnungsbau eine besondere Rolle, ein Plus für die Union war die innere Sicherheit, ein Minus der erzwungene Rücktritt von Umweltministerin Heinen-Esser, die in der Flutkatastrophe ihren Geburtstag auf Mallorca feierte.

Die Entscheidung am Sonntag ist ein wichtiger Stimmungstest, für die Ampel ebenso wie den neuen Oppositionsführer Friedrich Merz. Die Bürger des Landes sehen Veränderungen eher gelassen. Wie heißt doch das rheinische Grundgesetz : „Et kütt wie et kütt“.

Zur Person

Dieter Weirich (76), Publizist und Buchautor, ist ein Grenzgänger zwischen Medien und Politik. Der gebürtige Schwabe war hessischer Landtags- und Bundestagsabgeordneter der CDU und Intendant der Deutschen Welle. Heute lebt er in Berlin.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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