Osnabrück  Finnlands Nato-Beitritt ist nicht ohne Risiko. Droht nun Putins Rache?

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 12.05.2022 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schon heute nehmen finnische Soldaten an Nato-Übungen teil. Nach einem Beitritt des Landes zum Verteidigungsbündnis wäre eine reibungslose Zusammenarbeit der Armeen also gewährleistet. Foto: picture alliance/dpa/Lehtikuva
Schon heute nehmen finnische Soldaten an Nato-Übungen teil. Nach einem Beitritt des Landes zum Verteidigungsbündnis wäre eine reibungslose Zusammenarbeit der Armeen also gewährleistet. Foto: picture alliance/dpa/Lehtikuva
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Die Finnen wollen in die Nato. Das Bedürfnis nach mehr Sicherheit ist verständlich. Mit dem Überfall auf die Ukraine hat es sich Moskau selbst zuzuschreiben, dass die Nato attraktiver denn je ist.

Finnlands Präsident und die Regierungschefin haben sich für einen Nato-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. Der offizielle Antrag wird zeitnah folgen. Das war zu erwarten. Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa grundsätzlich verändert.

Das Gefühl, vor der Aggressionspolitik des Kreml nicht länger sicher sicher zu sein, wächst von Tag zu Tag und macht das transatlantische Verteidigungsbündnis auch für jene interessant, die bislang auf Neutralität gesetzt hatten.

Finnlands Kehrtwende ist aber nicht ohne Risiko. Denn dass der mächtige Nachbar im Osten den Schritt hinnehmen wird, ohne Konsequenzen zu ziehen, ist nicht zu erwarten. Politische, wirtschaftliche und militärische Drohungen stehen im Raum. Das gilt es in Kauf zu nehmen.

Friedliche Koexistenz scheint für Russlands Präsident Wladimir Putin keine Kategorie mehr zu sein. Mit seiner Politik hat er Finnland und bald wohl auch Schweden gleichsam in die Arme der Nato getrieben. Damit erreicht er das, was er doch verhindern wollte: eine massive Stärkung der Allianz. Sich mit ihr anzulegen käme nunmehr einem Himmelfahrtskommando gleich.

Die Nato wird die Nordländer mit offenen Armen empfangen. Eine Integration der Streitkräfte wird kein Problem darstellen. Schon in der Vergangenheit haben finnische und schwedische Soldaten an gemeinsamen Manövern mit Nato-Staaten teilgenommen.

Beide Länder verfügen über moderne und kompetente Streitkräfte, die alle Nato-Standards erfüllen. Mit Blick auf Truppenstärke und Waffensysteme werden sie die Fähigkeiten der Nato in Nordeuropa bedeutend verstärken.

Nun ist es an den 30 Nato-Mitgliedern, die Spanne zwischen der formellen Bewerbung Finnlands und der Zustimmung dazu, möglichst kurz zu halten. Das sind sie den neuen Partnern schuldig.

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