Berlin  Aktenzeichen XY: Erste Hinweise auch zu Fällen in Norddeutschland

Daniel Benedict, Jakob Patzke
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Von Daniel Benedict, Jakob Patzke
| 13.05.2022 11:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Rudi Cernes „Aktenzeichen XY“ hat im Mai 2022 rund 250 Hinweise erbracht. Foto: ZDF/Jens Hartmann
Rudi Cernes „Aktenzeichen XY“ hat im Mai 2022 rund 250 Hinweise erbracht. Foto: ZDF/Jens Hartmann
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Ein Mord an der B 214 in Niedersachsen, ein grausamer Überfall in Süderbrarup: Die ersten Hinweise und Ergebnisse zur „Aktenzeichen XY“-Ausgabe vom Mittwoch, 11. Mai 2022.

Etwa 250 Hinweise zu sechs Fällen: Diese Bilanz zieht Kommissar Alfred Hettmer nach der 578. Folge von „Aktenzeichen XY … ungelöst“, die am Mittwoch, 11. Mai 2022 ausgestrahlt wurde. Ein Überblick.

Vor beinahe 30 Jahren – nämlich im Mai 1994 – wird der Handwerker Arthur L. ermordet. An der B 214 zwischen Braunschweig und Celle wird er im eigenen Auto zum Opfer von Schussverletzungen, denen er zwei Tage später erliegt – ohne noch zur Tat aussagen zu können. Bis heute weiß die Polizei nicht einmal, ob das Motiv im privaten oder im geschäftlichen Bereich liegt. Trotz der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, berichtet Alfred Hettmer von einem „recht guten Hinweis, der vielleicht zur Lösung dieser offenen Frage beitragen kann“. Und nicht nur das: Eine Person, die mit L.s Tod in Verbindung stehen könnte, hatte dem Mann damals eine Nachricht auf den Anrufbeantworter gesprochen. Auch zu diesem Mitschnitt machten mehrere XY-Zuschauer Angaben. (Aktenzeichen-Interview: Warum die Hinweise nach Jahrzehnten oft sogar besser sind)

Die Kripo Schleswig stellte im ZDF den Fall eines 94-Jährigen vor, der im März 2021 in seiner Wohnung in Süderbrarup überfallen und ausgeraubt wurde. Auch zu diesem Fall gingen Hinweise ein, die sich aber – so Hettmer – zunächst nur schwer einschätzen lassen. Ein Tipp erscheint allerdings vielversprechend: Die beiden Täter sollen sich vor dem Überfall mit einem Dritten abgestimmt haben; diese Person steht nach der Sendung womöglich vor der Identifizierung. In Kaiserslautern getötete Altenpflegerin

Im Dezember 2020 wird in der Innenstadt von Kaiserslautern Diana B. tot aufgefunden, eine Altenpflegerin, die erst wenige Wochen zuvor aus Ungarn eingewandert war. Die Polizei hat weder ein Motiv noch ein genaues Bild des Tathergangs. Vermutet wird, dass die Frau auf einer Bahnreise versehentlich in Kaiserslautern ausgestiegen sein könnte, wo sie auf ihren Mörder traf.

Zumindest dieser Verdacht erhärtet sich nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY“: Eine Zuschauerin hat mitgeteilt, am besagten Tag von Diana B. am Hauptbahnhof Mannheim angesprochen worden zu sein; sie habe ihr sogar das Handy zum Telefonieren geliehen. Mehrere andere Zuschauer gaben an, das spätere Verbrechensopfer in der Innenstadt gesehen zu haben.

Am Ostersonntag dieses Jahres wird im niederländischen Egmond aan Zee ein 56-Jähriger tot am Strand entdeckt. Die Auffindesituation lässt die Polizei an ein Gewaltverbrechen glauben; ein Tatverdächtiger wird ermittelt, schweigt aber zur Sache. Zu den nun gesuchten Zeugen gehört auch ein deutscher Tourist, der die Leiche gefunden hat. Er hat die XY-Sendung gesehen und sich inzwischen beim BKA gemeldet.

Im Januar 2021 wurde ein 35-Jähriger in Bielefeld beim Streit mit Unbekannten niedergestochen; mehrere „Aktenzeichen“-Zuschauer haben sich gemeldet; sie glauben, das Phantombild des Täters einer konkreten Person zuordnen zu können. Insgesamt gingen zehn neue Täterhinweise ein. Ob sich darunter brauchbare Hinweise befinden, bestätigte die Bielefelder Polizeisprecherin Hella Christoph aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

In einem Fall von internationalem Betrug und Geldwäsche – der Schaden geht in die Milliarden – wird nach Dr. Ruja I. gefahndet. Nach der Sendung sind mehrere Hinweise zu ihrem möglichen Aufenthaltsort eingegangen; einige Zuschauer wollen die 41-Jährige in Deutschland gesehen haben. Aber auch aus dem Ausland werden mögliche Sichtungen gemeldet.

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