Werbung für das Rad Ostfriesen gehörten zu den Pionieren des Radsports
Dinus Voß betreibt das Zweiradmuseum in Wybelsum. Einen Teil der Exponate zeigte er am Sonntag in Aurich beim Fahrradtag. Dabei bestand durchaus Sturzgefahr.
Aurich - Die Ostfriesen halten sich immer auf dem Laufenden. Seit einigen Jahren auch mit elektrobetriebenen Rädern. Kein Wunder also, dass sich Tausende am Sonntag beim 1. Ostfriesischen Fahrradtag über neue Trends, Sicherheitsaspekte und geeignete Accessoires informierten. 30 Vereine und Händler vom Auricher Lastenverein Auriculum bis zum MTV Aurich waren vertreten. Studenten der Hochschule Emden-Leer zeigten anhand von Prototypen, dass man auch den 3D-Drucker nutzen kann, um das Fahrrad mobil zu machen. Als Antrieb muss dann schon mal ein Akku-Schrauber herhalten.
Eine Welt-Premiere gab es in Aurich auch: Hiroko Rabenda stellte die von ihr entwickelte Allwetter-Schürze vor. Das Kleidungsstück wärmt auf dem Rad und hält den Regen ab. „Es ist so geschnitten, dass es beim Radeln nicht stört und an der Seite aufspringt, damit man sich nicht mit dem Stoff in den Speichen verheddert“, sagt Hiroko Rabenda.
Ausdruck von Bewegungslust
Im hinteren Teil des Marktplatzes gab es einen Stand, der eines ganz deutlich zeigte: Ostfriesland hat bei der Entwicklung des Radsports immer schon zu den Pionieren gehört. Dieser Eindruck drängte sich beim Blick auf eine Vereinsliste mit historischen Daten auf. In fast jedem kleinen Ort gab es Ende des 19. Jahrhunderts radbegeisterte Menschen, die sich zusammengeschlossen haben.
In Bunde gründeten sich gleich drei Vereine: All-Heil (1897), Rheiderland (19898) und Frei Weg (1921). Die Namen der Vereine kündeten von der neuen Lust an der Bewegungsfreude. Die Ardorfer nannten ihren Fahrradverein Schwalbe (1903), die Hager setzten auf „Tempo“ (1910).
Wybelsumer das Ostfriesische Zweiradmuseum
Die Daten für die Aufstellung hat Dinus Voß in mühevoller Kleinarbeit recherchiert. Der Wybelsumer betreibt aus Leidenschaft für die Sache seit fast elf Jahren zusammen mit seiner Frau in seinem Heimatort das Ostfriesische Zweiradmuseum. Darin dokumentiert er die Entwicklung des Fahrrads und stellt Exponate aus.
Der Nachbau eines Vorläufers des Fahrrads, die 1817 entwickelte Laufmaschine, ist dort zu sehen, aber auch ein Hochrad der Firma Smith and Son’s. Dessen Sattel ist in der Höhe von 1,50 Meter montiert. Um dort Platz zu nehmen, sind fast akrobatische Fähigkeiten verlangt. Dinus Voß stellte am Sonntag großes Geschick unter Beweis. Leichtfüßig schwang er sich nach oben und drehte eine Runde über den Marktplatz.
Schon 1920 gab es im Übrigen erste Versuche, den Betrieb eines Rades durch einen Motor zu unterstützen: Die Firma Phantom etwa hat 1921 ein solches Modell herausgebracht. Es gehört natürlich auch zum „Fuhrpark“ von Dinus Voß. Und es lässt sich sogar noch fahren.
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