Fußball Umstrittener Elfmeter lässt Frauen von TiMoNo jubeln
Der Elfmeter in der Nachspielzeit führte im Spitzenspiel zum 2:2 zwischen SV TiMoNo und Geestland. Der Strafstoßpfiff, der die Meisterschaft entscheiden könnte, kam kurios zustande.
Timmel - Rasante Dribblings, rassige Zweikämpfe, technische Kabinettstückchen und viele kernige Torschüsse – all das bekamen die 309 zahlenden Zuschauer beim Fußball-Spitzenspiel der Frauen-Oberliga zwischen Tabellenführer SV TiMoNo und dem Zweiten FC Geestland zu sehen. Dazu gab es noch eine Rote Karte für TiMoNo-Coach Jan-Henrik Koppelkamm und einen fragwürdigen Foulelfmeter in der 6. Minute der Nachspielzeit für die Heimelf. Spielführerin Sandra Hamphoff blieb ganz ruhig und schob das Leder eiskalt zum glücklichen 2:2-Endstand ein. Damit bleibt TiMoNo Spitzenreiter und kann im letzten Spiel die Meisterschaft perfekt machen.
Erstaunlich ruhig war nach Spielschluss Gäste-Trainer Joshua von Glahn, obwohl der Elfmeterpfiff seinem Team möglicherweise den Titel gekostet hat: „Es ist zwar bitter, so kurz vor Schluss noch zwei eminent wichtige Punkte abgegeben zu haben, aber es ist noch alles möglich. Erst am nächsten Sonntag wird abgerechnet – TiMoNo hat auch noch ein schweres Auswärtsspiel in Lüneburg zu bestreiten.“
Schiri beriet sich mit Assistentin
Die Elfmeterszene ereignete sich in der 6. Minute der siebenminütigen Nachspielzeit. Da kam Lea Siemens im Zweikampf zu Fall. Der Schiedsrichter, der genau daneben stand und freie Sicht auf den Zweikampf hatte, lief nach einigem Zögern zu seiner 45 Meter entfernt stehenden Assistentin an der Linie. Nach einiger Beratung entschied er auf Strafstoß. Spielführerin Sandra Hamphoff verwandelte zum viel umjubelten 2:2.
TiMoNo war schon stark in die Partie gestartet. Der Tabellenführer kaufte durch frühes Pressing den Gästen den Schneid ab und erspielte sich drei hochkarätige Möglichkeiten. Diese wurden jedoch allesamt von Anneke Kuper überhastet vergeben oder sie scheiterte an der überragend regierenden Torhüterin Julia Lühring.
Gäste-Spielerin Kersten überragte
Die Gäste verlegten sich in dieser Phase aufs Kontern, wobei allerdings Mittelstürmerin Birte Diers beinahe per Kopf erfolgreich gewesen wäre. Im Gegenzug hatte Alina Murra nach herrlicher Vorarbeit von Anneke Kuper die Führung auf dem Fuß, ihre Direktabnahme aus zehn Metern verfehlte aber knapp das Gästetor. Danach übernahmen die ballsicheren Gäste vollständig das Kommando, wobei im Mittelfeld fast jeder Angriff über die überragende Alicia Kersten lief. Hatte die Mittelfeldspielerin in der 30. Minute noch Pech, als ihr mit Vollspann getretener Freistoß aus 20 Metern an die Latte knallte, machte sie es kurz vor dem Halbzeitpfiff besser. Mit einem Schuss aus der Drehung, der sich über die weit vor dem Tor stehenden Keeperin Anna-Maria Tews senkte, traf sie zum 0:1.
Statistik
TiMoNo: Tews, Schlegel (90. Jetses), Eden, Hamphoff, Ammermann (82. Schwarzer), Kuper, Siemens, Winkelmann, Borde, Murra (74. Keil), Krull. Tore: 0:1 Kersten (43.), 1:1 Siemens (51.), 1:2 Kersten (83.), 2:2 Hamphoff (90. +7).
Kurz nach der Pause konnte die Gästetorhüterin einen hohen Flankenball nur kurz abwehren und Torjägerin Lea Siemens hatte keine Mühe, zum 1:1 auszugleichen. Anschließend hielt die Überlegenheit der Gäste im Mittelfeld an und zwangsläufig gingen sie in der 83. Minute erneut in Führung. Als die Gastgeberinnen auf Abseits spielten, war plötzlich Alicia Kersten allein durch, umkurvte die Torhüterin und schob zum 1:2 ein.
Rot für TiMoNo-Trainer
TiMoNo-Trainer Koppelkamm regte sich über die Torentscheidung so auf, dass er auf den Platz lief und vom Schiedsrichter sofort die Rote Karte wegen Reklamierens erhielt.
Am Ende aber durfte Koppelkamm doch noch jubeln, als der Elfmeter zum 2:2 führte. „Es ist toll, dass wir bis zum Schluss an uns geglaubt haben. Unser Teamgeist heute war wieder überragend.“