Neues Kommissariat  Norder Polizei muss noch lange auf Neubau warten

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 16.05.2022 18:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Teil der Norder Polizei ist in einem historischen Gebäude am Norder Marktplatz untergebracht. Foto: Rebecca Kresse
Ein Teil der Norder Polizei ist in einem historischen Gebäude am Norder Marktplatz untergebracht. Foto: Rebecca Kresse
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Dass die Norder Polizei ein neues Kommissariat braucht, ist seit Jahren klar. Bis der Neubau tatsächlich steht, wird es allerdings noch länger dauern als erwartet.

Norden - Vermutlich nicht vor 2030 wird die Norder Polizei in ihr neues Kommissariat auf dem ehemaligen Doornkaat-Gelände ziehen können. Und das, obwohl die derzeitige Unterbringung der Polizei laut Niedersächsischem Innenministerium (MI) dringend verbessert werden muss.

Zurzeit ist die Polizei in Norden in zwei verschiedenen Gebäuden „Am Markt“ untergebracht. Die liegen mehrere Hundert Meter voneinander entfernt, sind stark sanierungsbedürftig und bieten für die vorhandenen Mitarbeiter zu wenig Platz. All das weiß das zuständige Niedersächsische Innenministerium (MI) schon seit Jahren. Deshalb soll ein neues Kommissariat gebaut werden. Das lässt nun aber deutlich länger auf sich warten als angenommen. Das Problem ist wie immer das Geld.

Noch fehlt das Geld

Wie das Innenministerium unserer Zeitung auf Anfrage mitteilte, wurde das zum niedersächsischen Finanzministerium gehörende Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) bereits 2019 mit einer baufachlichen Beratung beauftragt. Ziel sei es gewesen, das Polizei-Kommissariat (PK) Norden in einem zusammenhängenden Gebäude unterzubringen, insbesondere um den Raumbedarf auszugleichen, aber auch um Organisationsabläufe zu harmonisieren. Ergebnisse dieser Beratung liegen laut Innenministerium seit April 2021 vor.

Wie das neue PK Norden aussehen wird, weiß aber noch niemand. Visualisierungen werden erst im Rahmen konkreter Planungen erstellt, heißt es vom MI. Und die erfolgen erst, wenn das Geld für das Projekt im Haushalt eingestellt ist. Die Beratungen seien lediglich vorbereitende Maßnahmen gewesen. Das Problem: Die Norder sind nicht die Einzigen, die mit einer teuren Baumaßnahme in den Haushalt des zuständigen Finanzministeriums wollen. Eigentlich war vorgesehen, das PK Norden für den Landeshaushalt der Jahre 2022 und 2023 anzumelden.

Nächster Versuch folgt 2024

Die Möglichkeit, große Neu-, Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen anzumelden, sei jedoch grundsätzlich für jedes Ressort begrenzt. „Die Baumaßnahme des PK Norden steht daher in Konkurrenz mit zahlreichen weiteren dringlichen Bedarfen sämtlicher Ressorts“, teilte Svenja Mischel, Sprecherin des MI mit. Die Anmeldung für den Haushalt 2022/2023 aus Norden konnte deshalb nicht berücksichtigt werden. Eine erneute Anmeldung seitens des MI werde für das Haushaltsjahr 2024 angestrebt.

Auf diesem Teil des ehemaligen Doornkaat-Geländes soll das neue Polizeikommissariat Norden einmal gebaut werden. Im kommenden Monat beginnt der Abriss der Gebäude auf dem Gelände. Foto: Rebecca Kresse
Auf diesem Teil des ehemaligen Doornkaat-Geländes soll das neue Polizeikommissariat Norden einmal gebaut werden. Im kommenden Monat beginnt der Abriss der Gebäude auf dem Gelände. Foto: Rebecca Kresse

Aber auch dann steht das neue PK auf einem Teil des ehemaligen Doornkaat-Geländes noch lange nicht. Laut Innenministerium geht das Bau- und Liegenschaftsamt von einer Verfahrenslaufzeit von Beantragung der Planung bis zur Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes von fünf bis sechs Jahren aus. Für die reine Bauzeit hat das NLBL 24 Monate angenommen. Das war allerdings zu einer Zeit, in der es noch nicht die derzeitige Problematik der fehlenden Rohstoffe und Lieferengpässe gab. Daher müsse auch die Bauzeit zum Zeitpunkt des Baubeginns noch einmal angepasst werden.

PK wird wohl zweistelligen Millionenbetrag kosten

Konkrete Angaben zu den Baukosten gibt es vom Innenministerium bisher nicht. Dabei verweist Sprecherin Mischel auf die gegenwärtig bekannten Kostensteigerungen. Aus Kreisen der Polizei ist aber zu hören, dass mit einer Summe zwischen 13 und 15 Millionen Euro gerechnet wird.

Trotz allem spricht das Innenministerium von einer hohen Dringlichkeit, die Unterbringung der Norder Polizeibeamten zu verbessern. Es solle eine „leistungsgerechte Unterbringung der Bediensteten“ sichergestellt werden.

Das Grundstück für das neue PK Norden gehört der Polizei quasi schon. Im August 2021 besiegelten die Stadt Norden und das NLBL den Verkauf von 7900 Quadratmetern auf dem ehemaligen Doornkaatgelände gegenüber des Real-Parkplatzes.

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