Weg zu schöner Innenstadt Fußgängerzone in Aurich wird weiter saniert
Die Auricher bleiben nicht auf einer halbfertigen Burg- und Osterstraße sitzen. Das Pflaster wird trotz gestiegener Preise erneuert. Eine Frage bleibt allerdings zunächst geheim.
Aurich - Augen zu und durch: Dieser Devise verpflichtet sich die Stadt Aurich offenbar bei der Sanierung der Fußgängerzone. Die soll trotz massiv gestiegener Kosten fortgesetzt werden. Das haben die Mitglieder des Verwaltungsausschusses (VA) am Montag beschlossen. Das Gremium tagt stets nicht-öffentlich und ist vom Rang her das zweithöchste nach dem Rat. Statt der geplanten 3,2 Millionen Euro schlägt das Projekt jetzt voraussichtlich mit 4,4 Millionen Euro zu Buche. Diese schlechte Nachricht hatte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) dem Rat am 7. April überbracht. Das habe die Ausschreibung der Arbeiten ergeben, sagte er.
Am Montag habe sich die Politik mehrheitlich entschlossen, eine Firma mit dem Pflastern und Möblieren der Oster- und Burgstraße zu beauftragen, sagte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß auf Anfrage dieser Zeitung. Offenbar hatten sich zwei Unternehmen um den Auftrag beworben. Auf welche die Wahl gefallen ist, wollte die Leiterin der Auricher Bauverwaltung nicht sagen. Das verstoße gegen das Ausschreibungsrecht. Nur so viel: „Wir haben uns für den Bewerber entschieden, der uns geeigneter erschienen ist.“
Auricher hat auch was zu sagen
Jetzt kann es nach Auffassung von Alexandra Busch-Maaß rascher losgehen, als ursprünglich angenommen. Die Arbeiten könnten nach ihren Worten bereits in wenigen Wochen beginnen. In einer aufwendigen Bürgerbeteiligung hatten die Auricher vor anderthalb Jahren die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Varianten zu entscheiden. Die Stadt hat einen Spaziergang mit Mitarbeitern eines Fachbüros arrangiert, die protokolliert haben, welche Elemente in der neuen Fußgängerzone auftauchen sollen. Dazu zählt eine markante Mittellinie, farblich abgesetzte Verweilflächen und gut angebundene Lohnen. Ein Schwerpunkt bei der Gestaltungsausrichtung war es, eine individuelle Fußgängerzone zu schaffen. Die sich von anderen Städten unterscheidet.
Apropos Unterschied: In der Leeraner Fußgängerzone kann man sehr gut erkennen, welchen Unterschied eine neue Gestaltung des Pflasters ausmacht. Dort hatte man sich nämlich vor Jahren dazu entschlossen, die Sanierung in Etappen zu vollziehen. In einem ersten Aufschlag hat man den Teil vom Ernst-Reuter-Platz bis zur Ledastraße gestaltet. Steht ein Passant in dieser Seitenstraße, kann er sowohl den alten als auch den neuen Teil der Fußgängerzone in Augenschein nehmen und sich ein Bild davon machen, um wie viel großzügiger und attraktiver die Mühlenstraße in Leer nach der Sanierung aussieht.
CDU: Warten wäre zu riskant gewesen
Auf einen ähnlichen Effekt setzen die Auricher. Die hatten sich bei der Wahl zwischen verschiedenen Musterproben für die Oberflächengestaltung für eine Kombination aus Natur- und Betonstein entschieden. „Wir wollten die Fußgängerzone nicht in einem unfertigen Zustand liegenlassen“, sagte Arnold Gossel am Dienstag. Der CDU-Fraktions-Vorsitzende strich heraus, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Letztlich habe die Befürchtung sich durchgesetzt, dass die Kosten für die Fußgängerzone eher steigen werden. „Es hätte gar nichts gebracht, ein halbes Jahr oder etwas länger zu warten“, sagt Arnold Gossel. Die Firma, die jetzt den Zuschlag erhalten habe, verpflichte sich, die Leistung auch zu diesem Preis zu erbringen. Deshalb sei man im Grunde, was das anbelange, auf der sicheren Seite.
Die Fußgängerzone (Burgstraße und Osterstraße) wurde 1974/75 gebaut. 2018 beschloss der Rat, sie erneuern zu lassen. Die Arbeiten haben im Mai 2019 begonnen und erstrecken sich mit Unterbrechungen über mehrere Jahre. Zunächst wurden die Kanalisation und die Versorgungsleitungen erneuert (Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation). Letzte Restarbeiten erledigt die Firma Ludwig Freytag (Oldenburg) derzeit noch in der Burgstraße. Das Unternehmen führt derzeit Regie bei den Sanierungsarbeiten, koordiniert also die unterschiedlichen Gewerke. Das hat in der Vergangenheit nicht immer tadellos geklappt. Zu Beginn der Bauarbeiten hatte die Stadt die Organisation in der Hand. Die Geschäftsleute und Passanten sind immer mit Transparenten und Infotafeln, aber auch direkt durch Mitarbeiter der Stadt über Beeinträchtigungen und den Ablauf der Arbeiten informiert worden. Das wird in Zukunft wahrscheinlich wieder so sein.
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