Freibad in Holtrop  Kehrtwende bei den Öffnungszeiten

Jens Schönig
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Von Jens Schönig
| 20.05.2022 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Freibad in Holtrop bleibt wochentags bis 18 Uhr geöffnet. Nachmittags bleibt der Nichtschwimmerbereich (vorn) den Schwimmkursen vorbehalten. Foto: Schönig/Archiv
Das Freibad in Holtrop bleibt wochentags bis 18 Uhr geöffnet. Nachmittags bleibt der Nichtschwimmerbereich (vorn) den Schwimmkursen vorbehalten. Foto: Schönig/Archiv
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Um mehr Schwimmkurse anbieten zu können, änderte das Holtroper Freibad seine Öffnungszeiten. Einsprüche von Eltern zeigten allerdings einen Denkfehler auf.

Holtrop - Die Idee war gut: Nach zwei Jahren coronabedingter Einschränkungen wollte die Gemeinde Großefehn möglichst viele neue Schwimmkurse anbieten. Entsprechend wurden Kurse eingerichtet und Mitte April konnte die Großefehn Tourismus GmbH (GTG) verkünden, dass Eltern ihre Kinder zu elf neuen Kursen anmelden können, die ab dem 11. Mai beginnen sollten.

Dabei schlich sich allerdings ein Denkfehler ein. Darauf wurde eine Mitarbeiterin dieser Zeitung durch eine Holtroper Freundin aufmerksam. „Ab 16 Uhr können jetzt gar keine Kinder mehr ins Freibad, weil dann die Schwimmkurse stattfinden“, teilte sie Anfang des Monats in einer Sprachnachricht mit.

Elternunmut ruft Verantwortliche auf den Plan

Um die erforderliche Betreuung für die Schwimmanfänger zu gewährleisten, sollte das Bad ab 16 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen werden. Das Problem, so die Mutter: „Die Grundschule Holtrop hat ein Ganztagsangebot bis 15.15 Uhr, die Kinder dort haben dann gar keine Möglichkeit mehr, ins Freibad zu gehen. Meine Kinder gehen zur KGS Großefehn und sind zwischen 14 und 14.30 Uhr zuhause. Für die ist ein Freibadbesuch nach dem Mittagessen auch nicht mehr möglich, denn die Kasse schließt schon um 15 Uhr.“ Das Resultat: Mit den geplanten Öffnungszeiten würden nicht nur alle Holtroper, sondern auch sehr viele Fehntjer Schüler diesen Sommer in Sachen Freibad-Pommes in die Röhre gucken. „Die Schwimmkurse sind wirklich super und es gibt ja auch viele Kinder, die wegen Corona nicht schwimmen lernen konnten“, betont die Holtroperin. „Aber doch bitte nicht auf dem Rücken der Kinder, die schon schwimmen können.“

Nachdem das Freibad seine Öffnungszeiten auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben hatte, sammelten sich darunter schnell enttäuschte und wütende Kommentare. Die drangen auch vor zu Ortsbürgermeister Martin Aden (SPD) und Gemeindebürgermeister Erwin Adams (parteilos). „Wir haben dann mit Fachbereichsleiter Jens Erdwiens zusammen nach einer neuen Lösung gesucht“, sagt Adams.

Becken wird geteilt

Die sieht jetzt so aus: „Das Bad bleibt bis 18 Uhr geöffnet und ab 16 Uhr wird das Becken aufgeteilt“, erklärt Aden. „Im Nichtschwimmerbereich finden die Schwimmkurse statt und der Schwimmerbereich bleibt für die Badegäste geöffnet.“ Die einzige Einschränkung: Springen und Rutschen sind in dieser Zeit nicht gestattet, aus Rücksicht auf die Schwimmschüler.

„Damit haben wir uns Nachgang noch verbessert“, findet Erwin Adams. Problematisch sei aus Sicht der Gemeinde aber gewesen, die Arbeitszeit der Bademeister neu zu disponieren. „Wenn Kurse und öffentliches Schwimmen parallel stattfinden, müssen natürlich auch beide Bademeister anwesend sein“, sagt Adams. „Gleichzeitig dürfen wir natürlich deren gesetzliche Arbeitszeit nicht überschreiten.“ Als Kompromiss schließt das Freibad an Wochenenden schon um 17 Uhr. „Da wollen wir aber flexibel bleiben“, fügt Adams hinzu. „Bei Bombenwetter kann das Bad dann auch mal die Stunde länger offen bleiben. Das gleicht sich dann bei Schietwetter ja wieder aus.“

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