Osnabrück Kindergarten: Was verdient eigentlich ein Kita-Erzieher?
Nach zähen Tarifverhandlungen dürfen sich Kita-Erzieher nun auf mehr Geld und Freizeit freuen. Trotz Gehaltserhöhung liegen sie damit aber weiterhin oftmals unter dem Bundesdurchschnitt. Ein Überblick.
Die Arbeit von bei Kommunen beschäftigten Erzieher und Sozialarbeiter soll durch zusätzliche freie Tage und finanzielle Zulagen attraktiver gemacht werden – auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Darauf verständigten sich nach zähen Tarifverhandlungen die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb. Dies gilt für rund 330.000 Beschäftigte, die als Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst im öffentlichen Dienst nach Tarif (TVöD-SuE) bezahlt werden.
Demnach sollen Erzieher ab Juli eine monatliche Zulage in Höhe von 130 Euro erhalten. Das Einstiegsgehalt von Kita-Erzieher erhöht sich demnach bei einer Vollzeitstelle von bislang 2931,61 Euro auf 3.061,61 Euro brutto. Die höchste Entgeltstufe und damit das maximale Gehalt erreichen Kita-Erzieher bei einem Arbeitgeber nach 17 Jahren. Dieses beträgt bisher 3.979,52 Euro. Ab Juli werden es entsprechend 4.109,52 Euro sein. Zum Vergleich: Das monatliche Durchschnittsgehalt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland lag Statista zufolge im Jahr 2020 bei etwa 3.975 Euro brutto. Leiter von Kindertagesstätten sind von der Gehaltserhöhung übrigens nicht betroffen.
Für Sozialarbeiter gibt es ebenfalls ab Juli 180 Euro zusätzlich. Das heißt: Ihr Einstiegsgehalt erhöht sich bei einer Vollzeitstelle von bisher 3.242,17 Euro auf künftig 3.422,17 Euro. Die maximale Vergütung liegt bislang nach 17 Jahren bei 4.600,14 Euro. Ab Juli werden es dann 4.780,14 Euro sein.
Um die Arbeitsbelastung zu reduzieren, erhalten alle Beschäftigten zudem pro Jahr pauschal zwei zusätzliche freie Tage. Des Weiteren haben sie die Möglichkeit, die finanziellen Zulagen teilweise in Freizeit umzuwandeln – und zwar um bis zu zwei Tage pro Kalenderjahr. Damit wären jährlich bis zu vier zusätzliche Erholungstage für die Beschäftigten drin.
Kirchliche ebenso wie große, gemeinnützige Träger wie das Rote Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben meist eigene Tarifverträge. Für sie gilt die beschlossene Vereinbarung zwar nicht, allerdings orientiert sich ihr Tarifvertrag an die tariflichen Regelungen des öffentlichen Dienstes. Entsprechend werden Experten zufolge auch sie die Zulagen und zusätzlich freien Tage übernehmen - “um ihre Beschäftigten zu halten”, wie es heißt.
Die nächsten regulären Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst stehen im Januar 2023 an. Die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst können dann auf weitere Verbesserungen hoffen.