18.000 Euro für Analyse  Fachfirma überprüft bald Krummhörner Schulen und Kitas

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 20.05.2022 18:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In der Krummhörn gibt es vier Grundschulen. Symbolfoto: Pixabay
In der Krummhörn gibt es vier Grundschulen. Symbolfoto: Pixabay
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Eine Fachfirma soll jetzt Vorschläge machen, wie es mit den Krummhörner Schulen und Kitas weitergeht. Bei Workshops werden zudem auch die Betroffenen angehört.

Krummhörn - Die Grundschulen und Kindertagesstätten in der Krummhörn werden untersucht. Bereits am 25. März ist die Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) aus Bonn mit einer Bedarfsanalyse beauftragt worden. Das gab Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) am Donnerstagabend im Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss des Rates bekannt. Sie entsprach damit dem Wunsch der SPD-Fraktion, die nähere Informationen gefordert hatte und in der Diskussion auf die Tube drückt.

Was und warum

Darum geht es: Die Diskussion über die Zukunft der Krummhörner Schulen und Kitas zieht sich weiter hin. Jetzt läuft eine Bedarfsanalyse.

Vor allem interessant für: Bewohner der Krummhörn mit Kindern im Kita- und Schulalter

Deshalb berichten wir: Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss hat sich nun mit dem Thema befasst.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Laut Looden werden 18.000 Euro für die Analyse ausgegeben, die der Politik und Verwaltung dabei helfen soll, für die kommenden Jahre zu planen. Vor allem die Jennelter Grundschule befindet sich nämlich in einem sehr schlechten Zustand und schon seit langer Zeit drängt die Einrichtung darauf, dass investiert wird. Noch immer ist aber beispielsweise unklar, ob besser kernsaniert oder neugebaut werden sollte. Diesen und weiteren Fragen werden nun Experten auf die Spur gehen. Zwar sei der diesjährige Haushalt noch nicht verabschiedet. Man habe für die Analyse aber auf Rücklagen aus dem Vorjahr zurückgreifen können, erklärte Looden den Ausschussmitgliedern und -besuchern.

Besichtigung nach den Sommerferien

Laut ihr hat die beauftragte Fachfirma inzwischen Daten zu den Einrichtungen bekommen und sichtet diese. Direkt nach den Sommerferien soll es Begehungstermine zusammen mit der Verwaltung geben. Danach wird ein Erstentwurf der Analyse verfasst und den Rathausmitarbeitern vorgestellt, so die Bürgermeisterin weiter. Nach der Begehung mit der Verwaltung werden die ersten Workshops stattfinden zusammen mit den Schulen, Elternvertretern und vielleicht auch mit der Politik. Durch diese und durch weitere möglicherweise anfallenden Arbeiten werden sich die Gesamtkosten auch nochmal entsprechend erhöhen. Im Herbst soll die fertige Analyse dann vorgestellt werden, lautet der Plan.

Er sei schon ein wenig sprachlos, sagte als Redaktion auf Loodens Ausführungen SPD-Fraktionschef Alfred Jacobsen. Er erinnerte nochmal daran, wie lange die Diskussion über die Zukunft der Jennelter Grundschule schon läuft und warf den Ratsmehrheit bildenden Fraktionen vor, die Lösung des Problems absichtlich hinauszuzögern. Immerhin sei schon Mitte Juni beschlossen worden, dass es kurzfristig eine Klausurtagung geben soll, um gemeinsam über die Probleme zu sprechen. „Liebe Leute, zeigt doch mal Verantwortung“, betonte er.

Grundschule Jennelt: „Arbeiten am Limit“

Sein Fraktionskollege Niklas Baumann verschickte zudem am Freitagmorgen einen Antrag an die Presse. „Es ist offensichtlich, dass bei der aktuellen Arbeitsgeschwindigkeit, welche im gestrigen Bildungsausschuss noch einmal dargestellt wurde, es nicht möglich sein wird, zeitnah eine endgültige Entscheidung zu treffen“, schreibt Baumann. „Umso wichtiger ist es, zu beschließen, was schon beschlossen werden kann.“ Darum fordert die SPD nun – wie schon zuvor – dass unabhängig vom Ergebnis der Analyse alle vier Grundschulen in Greetsiel, Jennelt, Loquard und Pewsum erhalten bleiben. Damit wolle man Lehrern und Eltern schon einmal „eine der Hauptängste“ nehmen.

Johann Wienbeuker (SWK) nahm im Ausschuss die Bürgermeisterin in Schutz. Es gebe nun mal nicht so viele Fachfirmen für Bedarfsanalysen von Schulen und Kitas und die Gemeinde habe sich beim Landkreis dafür eingesetzt. Ralf Ludwig (SWK) widersprach, dass die Fraktionen das Thema totschweigen würden und Looden ergänzte, dass man unter Hochdruck an der Analyse arbeite. Diese verteidigte sie auch gegen Kritik unter den Zuhörern. Man wolle verantwortlich auf sachlicher Grundlage entscheiden, wie es mit den Schulen und Kitas weitergehe. Und für eine sachliche Grundlage brauche man eben Untersuchungsergebnisse.

Auch Jutta Lerche-Schaudinn, Leiterin der Grundschule Jennelt, sagte, dass eine Analyse grundsätzlich sinnvoll sein kann. Die Verwaltung habe diesbezüglich aber zu intransparent gearbeitet. Mit Prognosen sei das zudem immer so eine Sache. Zu oft würden sie sich letztendlich als falsch erweisen. Lerche-Schaudinn erinnerte an die Schülerzahlen, die sich positiver entwickelt hätten, als vorhergesagt. Außerdem seien bei der Prognose Fehler gemacht worden. Darüber hinaus warnte die Direktorin, dass ihre Grundschule schon jetzt am Limit arbeite. Man könne derzeit nicht zusätzlich auch noch Kinder aus der Ukraine beschulen und müssen diese leider nach Pewsum verweisen.

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