Randale in Pewsum Politik regt Runden Tisch mit der Jugend an
An der Pewsumer Manningaburg gibt es weiter Probleme mit Kindern und Jugendlichen. Nun soll es gemeinsame Gespräche geben und beide Seiten angehört werden.
Pewsum - Der Heimatverein Krummhörn ärgert sich weiter über die Probleme rund um die Pewsumer Manningaburg. Dort tauchten zuletzt nicht nur Hakenkreuze auf, sondern die Mitglieder stoßen auch immer wieder mit auffälligen Kindern und Jugendlichen zusammen. Nun soll es einen Runden Tisch geben, um eine Lösung für die Probleme zu finden. Teilnehmen sollen sowohl Vereinsmitglieder als auch Anwohner, Kinder und Jugendliche, Ratsmitglieder und die Gemeindeverwaltung. Dafür hat sich jetzt der Krummhörner Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss auf Anregung der Grünen ausgesprochen.
Was und warum
Darum geht es: Politik, Verwaltung und Heimatverein zerbrechen sich den Kopf darüber, wie an der Manningaburg mehr Ruhe einkehren kann. Nun sollen die Jugend gefragt werden, welche Alternativen sie sich vorstellen kann.
Vor allem interessant für: Besucher der Manningaburg; Kinder und Jugendliche, die in der Krummhörn leben
Deshalb berichten wir: Der Krummhörner Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss befasste sich jetzt mit diesem Thema. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Christian Behringer, das Gesicht der Krummhörner Jugendpflege, ließ im Ausschuss ausrichten, dass er den Antrag ebenfalls unterstütze. Er könne sich vorstellen, das Treffen zusammen mit Tanja Fiedler von den Grünen zu organisieren und zu moderieren. Diese hatte den Antrag im Ausschuss vorgestellt.
Müll, Lärm und Böller-Werfer
Wie schon in den vergangenen Monaten beschwerten sich jetzt Vereinsmitglieder über Probleme wie den Müll, den der Verein jeden Tag entfernen müsse. Außerdem machten einige der Heranwachsenden viel Lärm und attackierten im vergangenen August ein Vereinsmitglied mit Böllern. Inzwischen habe man schon die Überwachungskamera-Attrappen durch echte ersetzt – ohne Erfolg. Nach dem jetzigen Vorfall mit den Hakenkreuzen warte man zudem auf die Rückmeldung eines Wachdienstes, der schon vor der Pandemie in dem Bereich patrouilliert hatte, so der Verein.
Alfred Jacobsen, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, plädierte dafür, erst einmal den Runden Tisch abzuwarten. Vielen Ausschussmitgliedern brannte das Thema aber schon zu stark unter den Nägeln: Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) schlug vor, bei Problemen öfter mal die Polizei vorbeizuschicken. Damit solle den Kindern und Jugendlichen gezeigt werden, dass man es ernst meine. Andere Ratsmitglieder bezweifelten jedoch den Nutzen, da es zu lange dauere, bis die Beamten zu kleineren Vorfällen ausrücken könnten.
Feste Zeiten sind schwer zu bestimmen
Grundsätzlich hieß es von den Anwesenden, dass man einen neuen Treffpunkt und geeignete Angebote für die Jugend schaffen müsse. Vielleicht in Kombination mit dem geplanten Abenteuerspielplatz oder mit der Schwimmsparte des TuS Pewsum.
Die Krummhörn ist eine Flächengemeinde, aber die Jugendarbeit beschränkt sich vor allem auf diesen Ort. Gerade ältere Schüler müssen jedoch im Umland zum Unterricht und die heutigen Lehrpläne machen es der Jugendpflege schwerer, zeitlich passende Angebote zu schaffen.
Jugendhaus soll neu belebt werden
Behringer hatte bereits vor Monaten gesagt, dass es Überlegungen dafür gebe, die Jugendpflege neu aufzustellen und das Jugendhaus mit einem neuen offenen Angebot wiederzubeleben. Für die mobile Jugendarbeit mangele es hingegen an Bauwagen. Außerdem wolle man sich nun wieder an verschiedenen Projekten wie dem Demokratiefest und der Musikreihe „Before Sunset“ beteiligen.
Wenn es um die Schaffung von offiziellen Jugendtreffpunkten gerade auch abends und an den Wochenenden geht, ist jedoch laut ihm die Aufsicht ein Problem. Immerhin müsse der Jugendschutz eingehalten werden, Stichwort Alkohol und Zigaretten.
In Greetsiel wurde dafür hingegen eine Lösung gefunden. Seit einigen Monaten existiert dort im Wintergarten des Sportlerheims ein Jugendtreff, bei dem die Besucher selbst den Hut aufhaben. Es gibt unter ihnen feste Ansprechpartner, die einen Schlüssel zum Wintergarten haben und in regelmäßigem Austausch mit Ortsvorsteher Gerd Wellbrock, Pastor Hartmut Lübben und dem Vereinsvorsitzenden Volker Kaliszewski stehen. Der Verein trägt keine Haftung, weil er die Eltern der Jugendlichen eine entsprechende Erklärung unterzeichnen lässt.