Einsturz in Greetsiel  Eigentümer halten an Plänen für Restaurant fest

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 23.05.2022 18:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der Abrissstelle hat sich seit dem Wochenende nicht mehr viel getan. Sie bleibt aber weiter ein Blickfänger. Foto: Wagenaar
An der Abrissstelle hat sich seit dem Wochenende nicht mehr viel getan. Sie bleibt aber weiter ein Blickfänger. Foto: Wagenaar
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Nachdem am Sonnabend der Giebel eines Greetsieler Hauses einstürzte, halten die Besitzer an ihren Bauplänen fest. Dabei sollen auch sehr alte Fotos helfen.

Greetsiel - Der Giebel stürzt ein, ein 17-stündiger Feuerwehr- und THW-Einsatz beginnt und am Ende liegt das ganze Haus in Schutt und Asche. Für dessen Besitzer Folkmar und Hainer Hamann hätte es am Sonnabend dennoch schlimmer kommen können. Ihre Immobilie, die in Greetsiel an der Hohen Straße stand, sollte nämlich ohnehin von Grund auf neugemacht werden. Nun müsse man eben etwas umplanen, macht Folkmar Hamann am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion klar. Die Grundidee allerdings bleibt: Dort, wo sich jetzt die Ruine befindet, soll ein neues Restaurant entstehen.

Was und warum

Darum geht es: Nachdem am Sonnabend im Zentrum von Greetsiel eine Wand einstürzte und das Haus abgerissen werden musste, äußern sich die Besitzer zum weiteren Vorgehen.

Vor allem interessant für: Passanten, die an der Stelle vorbeikommen und sich fragen, wie es dort weitergeht

Deshalb berichten wir: Das Unglück und der damit verbundene laute Knall hatten am Wochenende für viel Aufsehen gesorgt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Ursprünglich wollten die beiden Zwillingsbrüder dieses Haus sowie die ehemalige benachbarte Teestube „Is Teetied“ von innen komplett entkernen und miteinander verbinden. Erst im letzten Schritt sollte auch das historische Mauerwerk komplett erneuert werden. Nun spreche man mit dem Landkreis Aurich darüber, ob nicht auch die Teestube der Einfachheit halber sofort komplett abgerissen werden kann. Immerhin stehe dieses Haus – wie auch das jetzt zusammengebrochene – nicht unter Denkmalschutz.

Statiker soll Lage bewerten

Dahingehen plane man, sich beim Wiederaufbau an etwa 100 Jahre alten Fotos von den beiden Häusern zu orientieren, wo es damals zum Beispiel kein Schaufenster gab. Die Fotos sollen die bauliche Vorlage für das Restaurant darstellen, in dem später einmal deutsche Küche angeboten werden soll, kündigt Folkmar Hamann an.

Zwar ist der Vorfall für die beiden Zwillingsbrüder ärgerlich, denn die Entkernung und der Feuerwehr- und THW-Einsatz hätten allen erspart bleiben können. Im Endeffekt wäre es aber ohnehin auf eine Kompletterneuerung hinausgelaufen und man gehe auch nicht davon aus, dass die Einsatzkosten vom Sonnabend den Hamanns einen „Riesenschaden“ zufügen werden, so Folkmar Hamann. Als Eigentümer werden sie dafür in diesem Fall aufkommen müssen, kündigt auf Nachfrage Fritz Harders, Sprecher der Gemeinde Krummhörn, an.

„Seestern“ kann aufatmen

Derzeit warten die Hamanns auf einen Statiker, der den Boden unter dem abgebrochenen Haus sowie die benachbarte Teestube begutachten soll. Auch mit Svenja Mennenga, der Inhaberin des direkt angrenzenden Restaurants Seestern, habe man sich geeinigt. Man werde ihr ihre am Sonnabend beschädigten Ziegel ersetzen und für die entgangenen Einnahmen aufkommen. So musste das Restaurant aus Sicherheitsgründen einen Tag lang geschlossen bleiben.

Menninga selbst sagt am Montag auf Nachfrage, dass sie zwar viele Kunden wegschicken musste und auch schon viele Leute für den Sonnabend reserviert hatten. Am Sonntag sei der Betrieb aber wieder normal weitergegangen und sie sei froh, dass ihr Restaurant bis auf die kaputten Ziegel verschont geblieben ist, sagt Menninga.

Einsatzkosten werden berechnet

Wie teuer genau der Einsatz für Feuerwehr und THW war, ist indes noch unklar. Auf beiden Seiten wird nachgerechnet, heißt es von dort. Nähere Informationen soll es Mitte dieser Woche geben. Kilian Peters, Sprecher der Krummhörner Feuerwehr, ergänzt, dass der Abriss am Sonntag keine Folgen für die Nachbargebäude hatte. Zwar mussten für die Teestube von überall her Stützpfeiler herangeschafft werden, weil darin derzeit die stabilisierende Bodenplatte fehlt. Messungen hätten aber nach dem Abriss ergeben, dass sich nichts verzogen hat. Nicht einmal im Millimeterbereich, so Peters.

Als am Sonnabend um 6.40 Uhr die Hauswand einstürzte, gab es laut Anwohnern einen lauten Knall. Anschließend rückten rund 100 Einsatzkräfte aus weiten Teilen Nordwestdeutschlands an, um die Einsturzstelle abzusichern, Messungen durchzuführen und um die verbleibenden Gebäudeteile abzureißen.

Zur Einsturz-Ursache gibt es bislang mehrere Theorien. Sie wird entweder auf die auch im Einsturzhaus fehlende Bodenplatte, auf Wind oder auf Regen zurückgeführt, der das Gebäude zu stark unterspült haben soll.

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