Berlin Nach Maskenskandal: Nun distanziert sich auch ein Hanf-Unternehmen von Fynn Kliemann
Nach Betrugsvorwürfen gegen Fynn Kliemann haben mittlerweile etliche Geschäftspartner die Kooperation mit dem Influencer eingestellt und sich öffentlich distanziert. Nun zieht ein weiteres Unternehmen nach und äußert sich zur ehemaligen Zusammenarbeit.
Anfang Mai ließ TV-Satiriker Jan Böhmermann in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ die Bombe platzen: Der Youtube-Heimwerkerkönig Fynn Kliemann soll in dubiose Schutzmaskendeals verwickelt sein, Geschäftspartner getäuscht und fehlerhafte Masken an Flüchtlinge gespendet haben. Durch seine intransparenten Machenschaften soll der 34-Jährige einen hohen Gewinn gemacht haben. Zahlreiche Geschäftspartner haben sich inzwischen von dem Influencer distanziert und Kooperationen beendet. Nach Angaben von kreiszeitung.de hat nun auch das Hanfproduktunternehmen „Sanity Group“ die Zusammenarbeit beendet.
Der 34-Jährige soll nach Recherchen des Redaktionsteams „ZDF Magazin Royal“ Corona-Schutzmasken als in Europa fair produzierte Güter verkauft haben, obwohl diese in Produktionsorten wie Vietnam und Bangladesch gefertigt wurden. Etliche Partner des Influencers sprangen nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe ab - einige leiteten sogar rechtliche Schritte ein.
Der Youtube-Star begleitete im Laufe seiner Karriere einige Projekte, darunter das Kreativprojekt Kliemannsland, welches er auch als „erster, bester und freiester Interaktiv-Staat der Welt“ bezeichnete. Im Mai 2021 lockte Kliemann seine Fans mit einer neuen Attraktion auf seinen Hof: Ein Freiluft-Event der besonderen Art. Gemeint war damit die Errichtung eines fünf Hektar großen Hanflabyrinths. Die Hanfpflanzen sollten nicht nur als Irrgarten dienen, sondern anschließend in einer Biogasanlage verwertet werden. Ein Teil des Ertrags wurde an das Berliner Start-up „Sanity Group“ verkauft. Das Unternehmen vermarktet Cannabis- und CBD-Produkte, darunter auch die Marke VAAY.
Nach Angaben des Pressesprechers der „Sanity Group“ kam die Kooperation auf Anfrage von Kliemann zustande. Nachdem er auf Instagram ein Sportgel von VAAY für seine Wirksamkeit lobte, habe der Influencer sich beim Unternehmen gemeldet und um eine Zusammenarbeit gebeten.
Der Pressesprecher des Unternehmens betonte, dass Kliemann für das fünf Hektar große Hanflabyrinth eigenständig verantwortlich gewesen sei. „Wir haben entgegen anderslautender Berichte keine Fläche auf dem Kliemannsland gepachtet oder Ähnliches“, sagte die Sanity Group. Nach der Lieferung des Hanfs im Spätsommer des Jahres 2021 sei es zu keiner weiteren Zusammenarbeit gekommen. Fynn Kliemann soll für die Nutzhanflieferung und für das Influencer-Marketing vergütetet worden sein. Wie viel Geld der Influencer für die Kooperation mit dem Unternehmen erhielt, ist nicht bekannt. Die Vergütung liege allerdings „im gängigen Bereich“, so das Start-up.
Nach Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe hat das Unternehmen nun die Zusammenarbeit mit dem Influencer offiziell beendet. „Sollten die aktuell im Raum stehenden Vorwürfe gegen Fynn Kliemann nicht vollständig entkräftet werden, wird es in dieser Form keine weitere Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann geben.“
Nachdem das ZDF in seiner Sendung von den vermeintlich dubiosen Machenschaften des Youtubers berichtet hatte, kamen immer mehr Details ans Licht - die Betrugsvorwürfe häufen sich. Erste Strafanzeigen gegen Kliemann wurden bereits gestellt. Mittlerweile ermittelt die Polizei Rotenburg gegen den Influencer.