FCSO plant Zweigstelle  Privatschule zieht es immer mehr nach Moordorf

| | 25.05.2022 15:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Schulgebäude in Moordorf wird wahrscheinlich zur Privatschule. Foto: Archiv/Singer
Das Schulgebäude in Moordorf wird wahrscheinlich zur Privatschule. Foto: Archiv/Singer
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Die Freie Christliche Schule Ostfriesland plant eine Zweigstelle in Moordorf. Die Realisierung der Idee rückt näher. Nun kommt es auf die Eltern an.

Südbrookmerland - Entschieden ist noch nichts, doch es ist ein Stück wahrscheinlicher geworden: Die Freie Christliche Schule Ostfriesland (FCSO) wird voraussichtlich zum Schuljahr 2023/24 eine Zweigstelle in der Gemeinde Südbrookmerland eröffnen. Die in Veenhusen (Landkreis Leer) ansässige Privatschule mit Sekundarstufe I und gymnasialer Oberstufe möchte das bald leerstehende Gebäude der Haupt- und Realschule in Moordorf nutzen.

Gespräche zwischen der Gemeindeverwaltung und der Schule seien sehr konstruktiv verlaufen, teilten Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) und FCSO-Vorstandssprecher Konrad Huismann am Mittwoch in einem Pressegespräch im Rathaus mit. „Wir wollen weiter gemeinsam vorangehen“, sagte Huismann. Erdwiens erklärte: „Wir hoffen, dass wir ein gemeinsames Paket auf die Beine stellen können.“ Erste organisatorische Fragen seien geklärt.

Zwei Info-Abende Ende Juni

Ob die Schule tatsächlich kommt, hängt vom Interesse der Eltern in Südbrookmerland und Umgebung ab. Das soll nach Angaben Huismanns an zwei Informationsabenden Ende Juni abgeklopft werden. Für Dienstag, 28. Juni, lädt die FCSO in die Aula der Haupt- und Realschule Moordorf ein, für Mittwoch, 29. Juni, ins Seminarhotel Aurich, jeweils ab 18 Uhr. Die Eltern bekommen dann einen Rückmeldebogen mit nach Hause, wie Schulleiter Christian Hunsmann es ausdrückte. Darin könnten sie auch ihrerseits Fragen an die Schule stellen.

Gut gelaunt posieren die Verantwortlichen der Gemeinde Südbrookmerland und der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO) in einem Auto (von links): Konrad Huismann, Thomas Erdwiens, Kurt Plagge, Christian Hunsmann und Joachim Betten (hinten). Foto: Luppen
Gut gelaunt posieren die Verantwortlichen der Gemeinde Südbrookmerland und der Freien Christlichen Schule Ostfriesland (FCSO) in einem Auto (von links): Konrad Huismann, Thomas Erdwiens, Kurt Plagge, Christian Hunsmann und Joachim Betten (hinten). Foto: Luppen

Bis zu den Herbstferien will die FCSO entscheiden, ob sie den Schritt nach Südbrookmerland wagt. Zu lange dürfe man nicht warten, sagte Vorstandsmitglied Kurt Plagge, da auch die Eltern Planungssicherheit bräuchten. Auf die Frage, wie viele Voranmeldungen nötig seien, damit die Schule tatsächlich kommt, sagte Plagge: „Unterhalb einer Zweizügigkeit wäre es schwierig.“

„Wir gucken nicht auf den letzten Schüler“

Wenn man pro Klasse 29 Kinder rechnet, sollten es also mindestens 58 Fünftklässler sein, die 2023 in Moordorf anfangen. „Wir lassen uns aber nicht auf diese Zahl festnageln“, sagte Schulleiter Hunsmann. „Wir gucken nicht auf den letzten Schüler.“ Vorstandssprecher Huismann gab sich selbstbewusst: „Wenn man Qualität bietet, dann kommt automatisch was nach.“ Heißt: Selbst wenn die angestrebte Zahl von 58 zunächst unterschritten werden sollte, würde die Zahl der Anmeldungen im Folgejahr steigen, weil die Eltern von der Qualität der Schule überzeugt seien.

Die Gemeinde Südbrookmerland hatte kürzlich Eltern von Grundschülern befragt. Demnach würden zwölf Prozent der Mütter und Väter in Südbrookmerland ihren Sohn oder ihre Tochter zu einer solchen Schule schicken. Die FCSO plant eine eigene Erhebung, weil ihr die Ergebnisse der Gemeindebefragung nicht konkret genug sind. „Wer uns nicht kennt, kann kein Kreuz setzen“, sagte Schulleiter Hunsmann.

„Jetzt entscheiden die Eltern neu“

Bei der Befragung der Gemeinde hatte sich die Realschule als mit Abstand beliebteste Schulform entpuppt. 37 Prozent der Eltern würden ihr Kind am liebsten auf diese Schulform schicken – die es in Südbrookmerland nicht gibt. Darin sieht Hunsmann Potenzial. Er hält es für wahrscheinlich, dass sich Realschul-Fans auch für die FCSO entscheiden würden, wenn sie sie näher kennenlernten. Den Eltern müsse klar sein, dass es in Moordorf auch mittel- und langfristig keine Realschule geben werde. „Die Moordorf-Alternative zur FCSO gibt es nicht. Jetzt entscheiden die Eltern neu.“ Auch Bürgermeister Erdwiens schloss eine Rückkehr der Realschule nach Moordorf aus.

Für den Besuch der FCSO muss ein Schulgeld von 132 Euro pro Monat bezahlt werden. Der Schule sei es aber vor allem wichtig, dass sich die Eltern mit ihr identifizieren, betonte der Schulleiter. Sie müsse ihnen am Herzen liegen. „Es ist eine Elternschule“, sagte Hunsmann. „Sie gestalten diese Schule mit.“ Die FCSO in Moordorf solle keine reine Kopie der Schule in Veenhusen werden.

„Wir müssen ein bisschen Klinken putzen“

Bis es so weit ist, wollen die Verantwortlichen noch viele Gespräche führen. „Wir müssen ein bisschen Klinken putzen“, sagte Hunsmann. Den Kontakt zu Eltern werde man über die Schulleiter von Grundschulen suchen. Auch mit dem Landkreis Aurich werde man sprechen. Der sehe in der FCSO womöglich eine Konkurrenz zur Integrierten Gesamtschule (IGS) Aurich.

Unterdessen hat die Freie Schule Ostfriesland mit Sitz in Großheide ihr Interesse am Standort Moordorf zurückgezogen. Die freie Alternativschule, in der es keine Klassen, keine Noten und keine Hausaufgaben gibt, hatte einen Umzug in das Gebäude der Haupt- und Realschule Moordorf erwogen. Davon sei man mittlerweile abgerückt, sagte Schulleiterin Nina Korneli am Mittwoch auf Anfrage. „Wir haben sehr nette Gespräche mit der Gemeinde und der FCSO geführt“, sagte Korneli, doch man wolle jetzt lieber versuchen, den Standort Großheide zu erweitern.

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