Neues Projekt in Emden Forum für Bewohner der Innenstadt startet schleppend
Die Stadt Emden hatte zur Gründung einer sogenannten Stadtteilkonferenz für die Innenstadt eingeladen. Das erweist sich aber als schwierige Geburt.
Emden - Es ist eine schwierige Geburt: Die Initiative der Stadt Emden, eine sogenannte Stadtteilkonferenz für die Innenstadt ins Leben zu rufen, ist eher schleppend in Gang gekommen. Zur Gründungsveranstaltung kamen am Dienstagabend gut 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins VHS-Forum. Sie gehören überwiegend Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen an. Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtzentrums, an die sich die Einladung vornehmlich gerichtet hatte, waren nur vereinzelt darunter.
Was und warum
Darum geht es: eine neue Plattform für die Bewohnerinnen und Bewohner der Emder Innenstadt
Vor allem interessant für: Bewohnerinnen und Bewohner der Emder Innenstadt und diejenigen, die sich für die Entwicklung von Stadtzentren interessieren
Deshalb berichten wir: Die Stadt hatte zur Gründung der Stadtteilkonferenz Innenstadt eingeladen. Wir haben die Veranstaltung verfolgt. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Immerhin gab es am Ende einer langen Diskussion ein klares Stimmungsbild. Demnach hält die große Mehrheit der Teilnehmer ein regelmäßig stattfindendes Forum, bei dem sich Menschen aus der Stadtmitte aktiv einbringen können, für sinnvoll und wünschenswert. Deshalb soll es noch vor den Sommerferien einen zweiten Aufschlag geben, bei dem es unter anderem um zentrale Themen gehen soll. Dabei soll auch das Instrument der sogenannten Stadtteilkonferenz näher erläutert werden.
Es geht nicht um Handel und Gastronomie
Wohlgemerkt: Laut Stadt geht es bei diesem Vorhaben weniger um die Interessen von Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Tourismus, sondern vielmehr darum, das Wohnumfeld, das soziale Miteinander und die Lebensqualität der Innenstadt-Bewohner zu verbessern. Im Fokus steht dabei die Bürgerbeteiligung. Belange der Bewohner sollen dadurch bei künftigen Vorhaben frühzeitig berücksichtigt werden. Zudem könne die Stadtteilkonferenz Empfehlungen an Politik und Verwaltung weitergeben, heißt es.
Federführend ist der städtische Fachdienst Gemeinwesen, der mit Förderung des Landes eine eigene Stelle dafür einrichtete. Besetzt ist sie mit Griet Alberts. Die Sozialwirtin ist seit März im neuen Innenstadt-Büro der Stadt in der Großen Straße tätig. Sie soll die Stadtteilkonferenz moderieren, das Drumherum organisieren und die Schnittstelle zur Stadtverwaltung sein.
Bürger sollen die Richtung vorgeben
Die Richtung sollen allerdings die Bürgerinnen und Bürger selbst vorgeben, betonte Fachdienstleiterin Wilma Wermuth. „Bevor man nur meckert, kann man sich einbringen“, sagte Griet Alberts. Mitmachen könnten auch Vereine, Verbände, Schulen, Kirchengemeinden oder Kitas.
Als Innenstadt begreifen die Initiatorinnen das gesamte Gebiet innerhalb des Wallrings. Das ist wohl auch die Krux, die den Auftakt so schwierig macht. Denn innerhalb dieses Areals mit seinen etwa 8500 Bewohnern gibt es wieder einzelne Teile, wie das Boltentorviertel oder Faldern und dem eigentlichen Zentrum. So kann angesichts unterschiedlicher Strukturen von einem Stadtteil im herkömmlichen Sinn eigentlich nicht gesprochen werden. Hinzu kommt, dass das Gemeinschaftsgefühl der Innenstadt-Bewohner nicht ausgeprägt ist und es laut Verwaltung im eigentlichen Stadtkern eine hohe Fluktuation bei Mietern gibt.
Vergleiche mit Stadtteilen wie Borssum oder Port Arthur/Transvaal, in denen die Gemeinwesenarbeit im Zusammenwirken von Vereinen und Stadt schon gut funktioniert, sind deshalb kaum möglich. Dennoch sind Alberts und Wermuth optimistisch, die Entwicklung der Innenstadt gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger in der Stadtteilkonferenz voranbringen zu können.