Berlin Bericht: Fynn Kliemann wollte sich frühzeitig von Maskendeal distanzieren
Nach Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe gegen Fynn Kliemann kommen immer mehr Details über die vermeintlichen Machenschaften des YouTube-Heimwerkers ans Licht. Nun liegen neue Dokumente vor.
Seitdem Satiriker Jan Böhmermann in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ den Youtube-Heimwerker Fynn Kliemann beschuldigt hat, in einen Schutzmaskendeal verwickelt zu sein, ist einiges passiert. Etliche Geschäftspartner haben sich öffentlich distanziert und Kooperationen eingestellt. Mittlerweile wurden mehrere Strafanzeigen gegen den Influencer gestellt. Ein Sprecher der Polizei Rothenburg bestätigte nun, dass gegen Kliemann ermittelt wird.
Laut Recherchen des „Spiegels“ sind nun neue Textnachrichten, Chats, E-Mails und Dokumente aufgetaucht. Diese sollen zeigen, dass Kliemann früh versucht hat, sich von dem Maskendeal zu distanzieren. So soll der 34-Jährige bereits im April 2020 seinen Geschäftspartner Tom Illbruck dazu aufgefordert haben, sein Gesicht nicht mehr für Werbezwecke zu verwenden. „Keine Bilder mehr rausgeben und mit meinem Gesicht darf niemand mehr werben“, soll Kliemann in einer Textnachricht geschrieben haben.
Nachdem die Drogeriekette Rossmann daraufhin 200.000 Masken stornierte, habe Geschäftspartner Illbruck den Influencer angefleht, wenigstens für den Konzern About You als Testimonial zu dienen.
Weitere Chatprotokolle sollen zeigen, dass Kliemann bereits früh über die Unstimmigkeiten im Maskendeal wusste. So habe der Influencer geschrieben: „Ich will das gar nicht sehen hahaha. Ey, ich halte mich da raus“, nachdem Illbruck nach einem Streit mit seinem Zwischenhändler Kliemann kontaktierte. Er wollte ihn auf ein Schreiben vom Gericht aufmerksam machen.
Nach eigenen Angaben, soll der „Spiegel“ den Influencer in seinem Haus in Niedersachsen getroffen haben. Kliemann habe zum Hintergrundgespräch eingeladen. In den drei Stunden Gespräch soll der Influencer über mediale Vorverurteilung und Sorge um die Mitarbeiter gesprochen haben. Außerdem wolle er für volle Transparenz sorgen. So habe er angeblich Berater engagiert, die seine Unterlagen prüften. Aus dem Gespräch mit dem YouTube-Star durfte das Magazin nach eigenen Angaben allerdings nicht zitieren.
Laut „Spiegel“ soll der 34-Jährige aber angegeben haben, er wolle die Gewinne, die er aus dem Verkauf der Masken erhalten hat, nun an insgesamt vier gemeinnütze Organisationen zu spenden.