Köln Böhmermann als Zeuge vorgeladen: Aktuelle Sendung betroffen
Jan Böhmermann wurde offenbar vom Staatsschutz als Zeuge vorgeladen. In einem Tweet stellt der Moderator einen Bezug zur aktuellen Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ her.
Nichts Genaues weiß man nicht. Fernsehmoderator Jan Böhmermann hat wohl Stress mit der Kriminalpolizei in Neubrandenburg. Er selbst postet an Christi Himmelfahrt auf Twitter „wohl leider stress wegen @zdfmagazin morgen“. Darunter zeigt der Fernsehmann eine Vorladung zur Zeugenanhörung, die aus der Neubrandenburger Kriminalpolizeiinspektion, Fachkommissariat 4, stammt.
Das Fachkommissariat 4 ist der Staatsschutz. Die Namen sind geschwärzt, aber adressiert ist die Vorladung eindeutig an Böhmermanns Produktionsfirma Unterhaltungsfernsehen Ehrenfeld. Soll Böhmermann in der Vier-Tore-Stadt vom Staatsschutz als Zeuge vernommen werden? Der Tweet polterte am Freitagmittag mit 200 Kommentaren und 2700 Herzchen durchs Netz.
Einen ersten sachdienlichen Hinweis hatte bereits am Mittwoch dieser Woche die Polizei in Bremen per Pressemitteilung in die Welt geschickt. „Durch eine Medienanfrage wurde die Polizei Bremen auf den möglichen Verstoß eines Polizisten aufmerksam und reagierte mit der Erstattung einer Strafanzeige und dem Einleiten eines Disziplinarverfahrens“, hieß es in der Mitteilung. Ein Sprecher der Polizei Bremen bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass die Medienanfrage vom Böhmermann-Team kam.
Weiter heißt es in der Mitteilung: „Dem Polizisten wird vorgeworfen, im August 2021 eine Anzeige wegen Hasskommentaren im Internet an der Wache aufgenommen, diese aber erst zwei Monate später auf Nachfrage der Anzeigenden im Vorgangsbearbeitungssystem erfasst zu haben.“ Überall in Deutschland werden Nutzer gebeten, Hasskommentare bei der Polizei anzuzeigen. Und dann werden Hasskommentare polizeilich nicht bearbeitet? Offenbar ein Fall für Jan Böhmermann und Team.
In der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern munkelt man, dass die investigativen Journalisten von Böhmermanns Produktionsfirma Unterhaltungsfernsehens Ehrenfeld an verschiedene Polizeidienststellen in Deutschland Strafanträge geschickt haben, um die Reaktionen der Beamten zu testen. Die Strafanzeigen enthielten Verweise auf tatsächlich im Internet umherspukende Hasskommentare. In der bearbeitenden Polizeidienststelle in Neubrandenburg ist offenbar der Name eines Journalisten aufgefallen. Die Beamten sollen daraufhin, so erzählt man sich bei der Polizei, die Vorladung geschickt haben, um mehr über die Testaktion zu erfahren.
Jetzt klagt Jan Böhmermann auf Twitter über Stress. Dabei ist die Story mit der Vorladung beste Werbung für seine Sendung am Freitag um 23 Uhr im ZDF.