Flensburg So viel verdienen Lehrer an Schulen in Schleswig-Holstein
Wie viel Gehalt ein Lehrer bekommt, ist in Deutschland je nach Bundesland unterschiedlich. So viel verdienen Lehrkräfte in Schleswig-Holstein.
In Deutschland gibt es derzeit knapp 800.000 Lehrkräfte. Drei Viertel davon sind verbeamtet. Das Grundgehalt von Beamten hängt von der jeweiligen Besoldungsgruppe ab, der sie zugeordnet sind. Die aktuellste Besoldungstabelle für Schleswig-Holstein gilt ab dem 1. Juni 2022.
Für verbeamtete Lehrkräfte gilt grundsätzlich die A-Besoldung. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Schulform ab, zudem gibt es unterschiedliche Erfahrungsstufen. Lehrer in Grundschulen werden in Schleswig-Holstein noch nach A12 besoldet. Zum Schuljahresbeginn 2025/26 werden alle Grundschullehrkräfte nach A13 übergeleitet. Daher wurde die Besoldung ab dem Schuljahr 2020/21 in fünf gleichen Stufen erhöht. Zum Schuljahr 2022/23 erhalten Lehrkräfte an Grundschulen also beispielsweise A12 plus 60 Prozent der Differenz zu A13. Das wären dann in der ersten Erfahrungsstufe - direkt nach dem Referendariat - 4178,95 Euro (3906,78 plus 272,17 Euro). Aktuell bekommen Lehrer an Grundschulen mit 28 Jahren Berufserfahrung maximal 4910,50 Euro brutto als Grundgehalt.
Lehrkräfte an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sowie Lehrkräfte für Sonderpädagogik werden nach A13 besoldet und erhalten in ihrer ersten Erfahrungsstufe ab dem 1. Juni 2022 4360,39 Euro brutto pro Monat. Nach sechs Jahren erhöht sich ihre Besoldung auf 4661,93 Euro und nach zwölf Jahren auf 4938,36 Euro. Maximal können Lehrkräfte in der Besoldungsgruppe A13 5457,40 Euro im Monat bekommen.
Ein Oberstudienrat übernimmt zusätzliche Aufgaben in der Leitung oder Verwaltung der Schule und wird nach A14 besoldet. Dementsprechend verdient er 4582,01 Euro in der ersten Erfahrungsstufe. Dieses Grundgehalt kann nach 28 Jahren Berufserfahrung auf maximal 6042,28 Euro ansteigen.
Im Gegensatz zu Angestellten muss ein Beamter Beiträge für die Krankenkasse selber zahlen. Je nach Bruttogehalt belaufen sich die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung auf etwa 600 bis über 1000 Euro pro Monat. Entscheiden sich Beamte für eine private Krankenversicherung (PKV), stellt diese eine Restkostenabsicherung dar. Beamte haben Anspruch auf Beihilfe vom Bundesland, wodurch bei der PKV mindestens 50 Prozent der Kosten getragen werden. Eine Privatversicherung mit 50 Prozent Beihilfe erhält ein Lehrer als Einstiegstarif ab etwa 225 Euro im Monat.
Schulleiter werden grundsätzlich in den Besoldungsgruppen A14 bis A16 eingestuft. Hier hängt die Besoldung von der Erfahrung, der Schulform und auch von der Größe der Schule ab.
Rektoren von Grundschulen werden nach A14 besoldet, wenn die Schule eine Schülerzahl von 80 bis 180 aufweist. Bei einer Schülerzahl zwischen 180 und 360 bekommt der Rektor einer Grundschule eine Amtszulage. Wenn die Schülerzahl 360 übersteigt, wird der Pädagoge nach A15 besoldet und erhält zu Beginn 5597,34 Euro. Die Besoldungsgruppe A15 beginnt mit einer höheren Erfahrungsstufe, wodurch der Schulleiter bereits nach 22 Jahren das Maximum von 6821,89 Euro erreicht.
Schulleiter einer Gemeinschaftsschule werden bei einer Schülerzahl von bis zu 360 nach A14 besoldet. Wenn die Schülerzahl 360 übersteigt, wird der Rektor nach A15 besoldet. Ein Studiendirektor als Leiter in einer Gemeinschaftsschule ohne gymnasiale Oberstufe erhält eine Besoldung nach A15, wenn die Schülerzahl 1000 nicht übersteigt. Wenn auf der Schule mehr Schüler sind, wird der Studiendirektor nach A16 besoldet. Dann verdient er 6174,10 Euro in der ersten Erfahrungsstufe. Dieses Grundgehalt kann auf maximal 7599,02 Euro ansteigen. Wenn der Studiendirektor eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe leitet, wird er schon nach A16 besoldet, wenn die Schülerzahl 360 übersteigt.
Studiendirektoren eines Gymnasiums werden nach A15 besoldet, solange die Schülerzahl von 360 nicht überschritten wird. Ab 360 Schüler wird der Studiendirektor nach A16 besoldet.
Zusätzlich zum Grundgehalt können Zuschläge und Zulagen gewährt werden. Familienzuschläge variieren nach Familienstand und Anzahl der Kinder. Ohne Kinder erhalten Lehrer, die verheiratet, verwitwet oder geschieden sind, zusätzlich 144,53 Euro pro Monat. Lehrkräfte, denen Kindergeld zusteht, bekommen für das erste und zweite Lind einen Zuschlag von je 163,89 Euro pro Monat. Für das dritte und jedes weitere Kind erhöht sich der Familienzuschlag um 423,55 Euro.
Um Lehrer zu werden, muss nach einem zumeist fünfjährigen Studium ein etwa 18 Monate andauerndes Referendariat abgeschlossen werden. Referendare erhalten ein Anwärtergrundgehalt. Abhängig von der Besoldungsgruppe des Einstiegsamtes variieren diese Beträge. Beim angepeilten Einstiegsamt A13 erhält der Referendar beispielsweise 1574,08 Euro brutto pro Monat.
Angestellte Lehrer werden nicht besoldet, sondern nach Tarifvertrag bezahlt. Dieses Gehalt ist ungefähr vergleichbar mit einem A13-Gehalt eines verbeamteten Lehrers. Beamte müssen allerdings keine Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen, wodurch ihre Abzüge geringer sind. Zudem bekommen angestellte Lehrer keine Zulagen, wodurch sie im Monat insgesamt bis zu 1000 Euro netto weniger verdienen als verbeamtete Lehrkräfte.