Geschäfte in der Innenstadt Viele Interessenten für Ladenlokal auf Zeit in Aurich
Die Stadt bietet seit Anfang Mai einen sogenannten Pop-up-Store in der Burgstraße an. Dort mahlt der zuerst, der sich als erster meldet.
Aurich - In das Leerstands-Bermuda-Dreieck in der Auricher Burgstraße kommt Bewegung: Das letzte von vier aufeinanderfolgenden leerstehenden Ladenlokalen wird aller Voraussicht nach bald genutzt. Das hat Vicki Janssen am Donnerstag auf Anfrage mitgeteilt. Die City-Managerin sagte, dass sich bereits fünf bis sechs Interessenten bei der Stadt gemeldet hätten. Sie wollen in der Nummer 41 einen so genannten Pop-up-Store nutzen. Das ist ein Ladenlokal, das man auf kurze Zeit mieten kann. Die Mindestdauer ist eine Woche, die Höchstdauer liegt bei drei Monaten. Das Angebot soll die Innenstadt beleben.
Indem immer wieder neue Anbieter dort ihre Waren präsentieren, wird die Neugierde der Kunden angeheizt. Sie wissen, dass es sich lohnt, immer mal wieder dort vorbeizuschauen, weil es etwas Neues gibt. Noch in anderer Hinsicht kann der Kunde unter Umständen profitieren: Ein Pop-up-Store kann auch von einem Traditionsunternehmen als Zweitgeschäft genutzt werden, um dort ein Sortiment zu ermäßigten Preisen anzubieten. Möglich ist aber auch eine Anmietung durch Gründer, die dort eine Geschäftsidee testen wollen.
Idee nimmt langsam Form an
„Vergeben wird das Ladenlokal nach dem Windhundprinzip“, sagte Vicki Janssen Das heißt, dass derjenige, der sich zuerst gemeldet hat, auch den Erstzugriff erhält. Derzeit führe sie Gespräche mit den Interessenten, die sowohl aus der Region, aber auch „von weiter weg“ kämen. „Das nimmt alles langsam Form an“, sagte die City-Managerin. Wann erstmals ein Interessent dort seine Produkte anbietet, könne sie nicht sagen. Die Händler müssten das Projekt selbst erst mal vorbereiten. Sie hätten bestimmte Bedingungen zu erfüllen, das erlege die Stadt ihnen auf, bewege sich aber im Rahmen dessen, was ein Geschäftsmann sonst auch vorweisen müsse, eine Haftpflichtversicherung etwa.
In dem Ladenlokal mit der Nummer 41 sind bis vor fast einem Jahr Textilien verkauft worden. Seither steht es leer, ebenso wie die Geschäfte mit den Hausnummern 39, 37, 35. Die Mittel für den Pop-Up-Store stammen aus dem EU-Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“. Es gewährt Fördermittel, damit die Stadt Leerstände wirkungsvoller bekämpfen kann. Eine Aktion ist der Pop-up-Store mit seiner Ladenfläche von 120 Quadratmetern. Zusätzlich gehören ein kleines Lager und eine Küche dazu. Die Ladenmiete ist nach Angaben von Vicki Janssen sehr günstig. Einen konkreten Preis wollte sie nicht nennen, weil die Miete immer individuell ausgehandelt werde.