Zank um alte Feuerwehr  Zwei Gruppen wollen Räume in Freepsum nutzen

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 06.06.2022 16:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Was wird aus den früheren Räumen der Freepsumer Feuerwehr? Die Gemeinde will zusammen mit der Dorfgemeinschaft eine Lösung finden. Foto: Archiv
Was wird aus den früheren Räumen der Freepsumer Feuerwehr? Die Gemeinde will zusammen mit der Dorfgemeinschaft eine Lösung finden. Foto: Archiv
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Ungenutzte Räume der früheren Freepsumer Wehr werden zum großen Thema. Sowohl der Ortsvorsteher als auch ein neuer Verein brauchen sie. Was sagt die Gemeinde?

Freepsum - Eine Garage und ein kleiner Raum werden in Freepsum zur großen Sache. Bislang stellte die kürzlich aufgelöste Feuerwehr Canum-Freepsum dort ein Fahrzeug unter beziehungsweise nutzte den Raum als Umkleide. Nun sind die Flächen, die sich mit dem Dorfgemeinschaftshaus dasselbe Gebäude teilen, aber unbenutzt und zwei Gruppen erheben darauf Anspruch.

Was und warum

Darum geht es: um die Zukunft des Gerätehauses der ehemaligen Feuerwehr in Freepsum

Vor allem interessant für: Leute, die Veranstaltungen in Freepsum und in anderen Krummhörner Dörfern besuchen oder organisieren. Immerhin war die Feuerwehrfusion mit Pewsum neulich nicht die erste in der Gemeinde.

Deshalb berichten wir: Neulich hatte sich Johannes Voß über eine Auseinandersetzung mit der Gemeinde beschwert und es hieß, dass es nun Neuigkeiten in der Sache geben soll.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Das ist Ortsvorsteher Johannes Voß, der die Situation der Dorfgemeinschaft gegenüber unserer Redaktion als „ganz schwierig“ bezeichnet. Es gebe für sie nämlich keine Abstellräume, um zum Beispiel ihre drei Zelte und zwölf Bierzeltgarnituren unterzubringen. Alles werde in Privathäusern gelagert und das soll sich ändern – zumal Voß nach wie vor plane, auch eine Seniorengruppe nach dem Prinzip der Dorfkümmerer zu gründen. Die Mitglieder könnten sich fortan beispielsweise um die Grünpflege in öffentlichen Bereichen kümmern und den gerade erst erweiterten Spielplatz pflegen, so die Idee.

Verein will Feuerwehr-Aufgaben fortführen

Und dann ist da noch ein neuer Verein, dessen Kern die früheren Mitglieder der Feuerwehr Canum-Freepsum bilden. Vorsitzender der „Freepsumer Mühlenwächter“ ist SWK-Ratsherr Friedhelm Bruns, der selbst aus der Feuerwehr austrat, als diese mit den Pewsumern zur Feuerwehr Krummhörn-Mitte fusionierte. „Wir sagten uns schon immer, dass wir so einen Verein gründen, falls sich die Feuerwehr auflöst“, betont Bruns im Gespräch. So wolle man deren bisherigen Aufgaben, wie die Ausrichtung des Osterfeuers, fortführen und als Verein sei es leichter möglich, Spenden anzunehmen.

Gegründet werden sollte dieser bereits im vergangenen Jahr. Coronabedingt wurde der Termin jedoch auf den 14. Mai dieses Jahres verschoben. Aktuell zähle man etwa 30 Mitglieder und sehe sich selbst als „ein Puzzleteil von Freepsum“, das im Ort helfen wolle. „Wir wollen aber niemandem Konkurrenz machen“, versichert Bruns. Man sei neben Jägerschaft, Frauenkreis und anderen immerhin nicht die einzige Gruppe im Ort, weiß er. Allerdings haben auch die „Mühlenwächter“ Equipment wie Bänke, Tische und ein Partyzelt, die untergebracht werden müssen – meist noch aus der Feuerwehrzeit. „Wenn wir nicht in die ehemalige Umkleide und in die Garage rein dürfen, wissen wir nicht, wohin damit.“

Entscheidung steht weiter aus

Die Gemeinde Krummhörn versucht unterdessen offenbar, die Wogen zu glätten und niemanden zu bevorzugen. Als der Ortsvorsteher kürzlich einmal den Garagenschlüssel von der Verwaltung besorgte, um darin Material für den Maibaum unterzustellen, schritt so auch Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) ein. Voß musste den Schlüssel wieder abgeben. „Über die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses stimmen wir uns intern mit den Beteiligten ab“, begründete Looden diesen Schritt neulich auf Nachfrage. „Sollte es hier Missverständnisse oder Unstimmigkeiten geben, so werden auch diese intern geklärt.“

Am 27. Mai hat es nun ein Treffen gegeben, an dem neben Looden auch die im Rathaus zuständige Fachbereichsleiterin Ina Droll-Dannemann und die Sachbearbeiterin Ilona Baumann teilgenommen haben. Das bestätigt Gemeindesprecher Fritz Harders auf Nachfrage. Bei der Zusammenkunft habe man jedoch „keine endgültige Entscheidung“ über die Nachnutzung getroffen. „Vorrangig ging es der Bürgermeisterin zunächst darum, die Interessenlagen auszuloten.“ Dabei habe Looden betont, „dass eine für alle zufriedenstellende Lösung nur innerhalb der Dorfgemeinschaft gefunden werden kann und muss.“

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