Gemeinsam anpacken  Mehr junge Menschen engagieren sich im Emder Integrationsrat

| | 08.06.2022 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor kurzem fand die konstituierende Sitzung des Integrationsrates statt. Vorsitzende des Rats ist Necmiye Sann (Zweite von links), ihre Vertretung ist Dr. Ziad Attar (Vierter von rechts). Foto: Stadt Emden
Vor kurzem fand die konstituierende Sitzung des Integrationsrates statt. Vorsitzende des Rats ist Necmiye Sann (Zweite von links), ihre Vertretung ist Dr. Ziad Attar (Vierter von rechts). Foto: Stadt Emden
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In Emden leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Umso wichtiger ist der Integrationsrat der Stadt. Dieser erlebt jetzt Zulauf und hat viel vor.

Emden - Der neue Integrationsrat der Stadt Emden ist konstituiert - und erlebt offenbar einen Zulauf. „Es sind viele junge, engagierte Leute dabei“, sagte Dr. Ziad Attar, wiedergewählter stellvertretender Vorsitzender, kürzlich im Sozialausschuss des Emder Rates. „Es war unser Hauptanliegen, mehr die Jugend reinzuholen“, sagte die Vorsitzende Necmiye Sann im Gespräch mit dieser Zeitung. Das sei wichtig, um neue Ideen zu sammeln. Auch würden nun verschiedene Berufszweige abgedeckt und die Ausschüsse des Emder Rates, in denen die Mitglieder des Integrationsrates beratend sitzen, könnten gut und passend besetzt werden, sagte sie.

So viele Ideen seien bereits in der ersten Sitzung gesammelt worden, dass einige Mitglieder schon ausgebremst werden mussten, meinte Dr. Ziad Attar. In ihrer Arbeit bestätigt wurden sie auch dadurch, dass die erste Sitzung im Ratssaal der Stadt mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) abgehalten werden konnte, so Necmiye Sann. Sonst treffe man sich in der Volkshochschule, wo auch das Büro des Integrationsrates ist. „Der Oberbürgermeister und die Verwaltung sind uns gegenüber wahnsinnig aufgeschlossen“, hob sie hervor. Zu den vielen Ideen der neuen Mitglieder konnte sie jetzt noch nichts Konkretes sagen, da am 18. Juni eine Klausurtagung stattfinden soll. „Da werden unsere Prioritäten geklärt“, so die Vorsitzende. Fest steht: Beim Internationalen Fest am 9. September und der Interkulturellen Woche werden sie mitwirken.

Integration und Teilhaben sollen vorangebracht werden

In Emden leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Mehr als zwölf Prozent der Menschen (also mehr als 6000 Personen) in der Stadt haben keinen deutschen Pass. Hinzukommen die Emderinnen und Emder, deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland ausgewandert sind oder die erst im Laufe ihres Lebens eingebürgert wurden. Viele dieser Menschen erfuhren „Benachteiligung in verschiedenen Bereichen“, sagte Edvija Imamovic aus der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe der Stadt kürzlich. Umso wichtiger sei es, Integration und Teilhabe voranzubringen.

Ein wichtiger Bestandteil ist der Integrationsrat der Stadt. Dieser ist eine kommunale Interessenvertretung aller Menschen in Emden. Er wird als Bindeglied zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und der Stadtverwaltung und Politik verstanden. Laut Oberbürgermeister Kruithoff sind die Aufgaben unter anderem, dass Projekte umgesetzt werden, die verhindern, dass Menschen ausgegrenzt, diskriminiert oder Opfer von Rassismus in Emden werden. Auch sollen dadurch „in unserer Stadt ein differenziertes Bild von Migration, ihren Ursachen, Wirkungen und Chancen gezeichnet“ werden sowie „Geflüchtete in unserer Stadt eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung erfahren“, so Kruithoff.

→ Der Integrationsrat ist per E-Mail unter integrationsrat@web.de erreichbar. Auf Bürozeiten muss sich der Rat noch einigen.

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