Hintes Zukunft im Fokus Planer und Bürger sprechen über Entwicklung der Gemeinde
In Hinte geht das Dorfentwicklungsprogramm in die nächste Phase. Nun sind die Bewohner gefragt. Es gibt einige Bedingungen, aber auch viele Möglichkeiten.
Hinte - Rund 50 Besucher kamen am Mittwoch ins Hotel Novum nach Hinte. Dort ging es um die Zukunft der Gemeinde und um die Bewohner, die diese aktiv mitgestalten sollen. Möglich macht das das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm, in das Hinte bereits vor zwei Jahren aufgenommen wurde. Das bedeutet Fördergeld für viele verschiedene Projekte. Mit der jetzigen Auftaktveranstaltung läuft die Planung aber erst jetzt richtig an. Wie es genau weitergeht und was die Hinteraner beachten sollten, erklärten ihnen jetzt Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) sowie Vertreter des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) in Aurich und der Oldenburger NWP Planungsgesellschaft mbH.
Was und warum
Darum geht es: Die Dorfentwicklung in der Gemeinde Hinte nimmt an Fahrt auf.
Vor allem interessant für: Bewohner der Gemeinde und von anderen Kommunen, die an Dorfentwicklungsprogrammen teilnehmen
Deshalb berichten wir: Die Gemeinde hatte uns zu der Bürger-Informationsveranstaltung im Hotel Novum eingeladen. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Während das Amt für die Bewilligung einzelner Förderanträge zuständig ist, übernehmen die Oldenburger die Koordination des Programms. Sie halten zusammen mit der Gemeinde den Kontakt zu der Bevölkerung, sollen weitere Treffen mit ihr organisieren und ihr die Möglichkeiten aufzeigen. Von denen gibt es viele, solange sie den einzelnen Orten in der Gemeinde und deren Bewohnern zugutekommen: So lässt sich wohl die grundsätzliche Bedingung für förderfähige Projekte am besten beschreiben, über die jedoch immer im Einzelfall entschieden werden muss.
Fördersätze sind noch unklar
Beispiele wären die Schaffung beziehungsweise die Sanierung von öffentlichen Treffpunkten und Angeboten sowie alles andere, was die Gemeinde auf den demografischen Wandel vorbereitet. Der Wandel selbst ist neben Punkten wie dem Klima und der Innenentwicklung auch eines der Pflichtthemen, zu denen Projekte umgesetzt werden müssen. Anja Thomsen vom ArL regt zudem an, über Maßnahmen für die Jugend nachzudenken. Andere Planungsbüros würden sogar für ein Meinungsbild stundenweise in die Schulen gehen. Es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten.
So können beispielsweise Besitzer von ortsbildprägenden alten Häusern ebenfalls eine Finanzspritze erhalten. Die Beratung ist für die Betroffenen kostenlos. Wie Thomsen auf Nachfrage unserer Zeitung sagt, gab es in ganz Ostfriesland alleine in diesem Jahr 40 bis 50 private Antragsteller – und diesmal konnten sie alle berücksichtigt werden. Das ist nicht selbstverständlich und hängt jedes Mal auch davon ab, wie viel Fördermittel es genau für die Dorfentwicklungsprojekte gibt. Die Summe für die nächste Ausschüttungsrunde steht noch nicht fest. Ebenso wenig wie die genauen Fördersätze, denn man stehe am Ende der aktuellen EU-Förderperiode und müsse die endgültigen Bedingungen für die nächste noch abwarten, hieß es am Mittwoch. Man hoffe aber darauf, dass die neue Richtlinie im nächsten Jahr fertig sei.
Punktevergabe für Projekte
Bis dahin soll auch der Dorfentwicklungsplan für Hinte stehen, der die schriftliche Richtlinie für alle späteren Entscheidungen und Einzelpläne bildet. Darüber hinaus läuft dann ein voraussichtlich sechs bis acht Jahre andauernder Förderzeitraum an, in dem Anträge gestellt werden können. Stichtag dafür ist dann jeweils der 15. September. Danach folgt ein Ranking, bei dem Punkte für die Anträge verteilt werden. Diejenigen mit den meisten, die besonders der Dorfentwicklung nutzen, bekommen mehr und werden bevorzugt.
Das alleine muss aber noch nichts heißen, denn für jede Maßnahme müssen Antragsteller auch einen Eigenanteil aufbringen. Das gilt ebenso für eigene Projekte der Gemeinde, über die der Rat entscheiden muss. Redenius griff in dieser Sache den Vorschlag eines Mannes aus dem Publikum auf, der wissen wollte, wie viel Geld der Kommune dafür überhaupt insgesamt zur Verfügung stehen würde. Der Bürgermeister kündigte Gespräche mit den Ratsmitgliedern dazu an und hoffe darauf, sich auf eine bestimmte Summe an Eigenmitteln zu einigen, die insgesamt in das Projekt gesteckt werden kann.
Arbeitskreis gründet sich
Normalerweise beginnen Dorfentwicklungsprogramme mit großen Auftaktveranstaltungen, aber in diesem Fall war im Jahr 2020 pandemiebedingt umgeplant worden. So gab es zunächst nur Treffen zwischen Gemeinde, ArL, NWP und jeweils einem Ortskümmerer sowie „Dorfspaziergänge“. Bei denen wurde auf grundlegende Chancen und Probleme in den Orten geschaut. Nun folgte die Infoveranstaltung als erstes großes Treffen und die Gemeinde bat am Ende des Abends engagierte Bürger darum, sich zeitnah per E-Mail an info@hinte.de zu wenden, wenn sie mitwirken möchten.
Am 21. Juni um 18.30 Uhr soll sich dann erstmals ein etwa 25-köpfiger Arbeitskreis in der IGS treffen. Vier weitere Zusammenkünfte sollen dieses Jahr folgen, in denen auf den Ergebnissen der Dorfgespräche aufgebaut wird. Darüber hinaus soll es auch noch Arbeitsgruppen mit etwa rund 15 Teilnehmenden geben.