Hannover/Schwerin  Nach Ende des Verfahrens gegen Heinz Galling: Peta übt scharfe Kritik

Sebastian Lohse
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Von Sebastian Lohse
| 09.06.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Rute raus, der Spaß beginnt!“-Moderator und Angel-Profi Heinz Galling hatte nach Ansicht der Tierrechtsorganisation Peta einen Fisch gequält. Foto: Udo Rahn/SHZ/Archiv
„Rute raus, der Spaß beginnt!“-Moderator und Angel-Profi Heinz Galling hatte nach Ansicht der Tierrechtsorganisation Peta einen Fisch gequält. Foto: Udo Rahn/SHZ/Archiv
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Nach monatelangen Ermittlungen stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den „Rute raus, der Spaß beginnt!“-Moderator Heinz Galling ein. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte dem Profiangler Tierquälerei vorgeworfen.

Der Fall Heinz Galling hat seinen vorläufigen Abschluss gefunden. Die Staatsanwaltschaft Hannover teilte am Donnerstag mit, dass das Ermittlungsverfahren gegen den NDR-Moderator und Profi-Angler Ende Mai eingestellt wurde. Sie konnte die von Peta erhobenen Tierquälerei-Vorwürfe nicht feststellen.

Die Tierrechtsorganisation hatte Heinz Galling im November 2021 angezeigt. Der Vorwurf lautete auf Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der langjährige Profi-Angler habe nach Ansicht der Tierrechtler bei Dreharbeiten zur NDR-Anglersendung „Rute raus, der Spaß beginnt!“ einen lebenden Fisch vor laufender Kamera aufgespießt und als Köder verwendet haben.

Das sieht die Staatsanwaltschaft Hannover anders: „Der Beschuldigte hat nach dem Ergebnis der geführten Ermittlungen bei den Filmaufnahmen nicht mit einem lebendigen Köderfisch geangelt“, erklärt eStaatsanwältin Paula Topp an diesem Donnerstag.

Zunächst hatte Ende 2021 die Staatsanwaltschaft Schwerin die Ermittlungen aufgenommen. Anfang dieses Jahres übernahm jedoch die Staatsanwaltschaft Hannover, da die Dreharbeiten am Steinhuder Meer in Niedersachsen stattfanden. Die Folge „Den Steinhuder Hechten auf der Spur“ mit der besagten Szene ist frei zugänglich auf Youtube zu finden.

Heinz Galling selbst betonte bereits vor laufender Kamera: „Wir haben ihn vorschriftsmäßig getötet.“ Auch im Interview mit unserer Redaktion sagte Galling: „Ich kann dazu nur sagen, dass der Fisch in der angesprochenen Szene definitiv tot war.“

Während der vergangenen Monate hat die Staatsanwaltschaft nicht veröffentlichtes Filmmaterial des NDR gesichtet sowie ein beim Dreh anwesender Zeuge vernommen. „Die Beweismittel belegen, dass der Fisch bereits tot war, als er an dem Drillingshaken befestigt wurde“, sagt Paula Topp abschließend.

Die Tierquälerei-Vorwürfe von Peta gegen Heinz Galling konnten demnach entkräftet werden. Das Ermittlungsverfahren wurde daraufhin eingestellt. Allerdings läuft derzeit noch die Beschwerdefrist gegen den entsprechende Bescheid.

Peta kritisierte die Entscheidung am Freitag. Die Organisation sieht weiterhin einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. „Das brutale, schmerzhafte Durchstoßen des Gaumens mit dem Angelhaken, um den Fisch dann lediglich als Köder einzusetzen, verlangt aus unserer Sicht nach einer Sanktionierung des Täters und nicht nach einer Einstellung des Verfahrens“, erklärt Daniel Cox, Leiter des Kampagnenteams. „Dass der Norddeutsche Rundfunk mit seinen eingenommenen Rundfunkgebühren ein solches Format und somit Tierquälerei finanziert und propagiert, ist im Übrigen nicht minder skandalös.“

Weiterlesen: Veganes Sushi statt Fischbrötchen? Peta lädt ein zum fischfreien Fischerfest 

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