Osnabrück Immobilienkauf: So gehen die Kosten durch die Decke
Der Erwerb von Eigentumswohnungen oder Häusern mit einer Finanzierung per Kredit wird immer teurer. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht – im Gegenteil: Baugeld könnte sogar noch teurer werden.
Der Traum von den eigenen vier Wänden ist teuer geworden: Seit Weihnachten sind die Bauzinsen so stark gestiegen wie seit 1999 nicht mehr. Wie eine Statista-Grafik auf Basis von Daten des Vermittlers für private Baufinanzierungen Interhyp zeigt, legten seit Jahresbeginn bis Anfang Juni die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen von 1 Prozent auf 2,9 Prozent zu. Dadurch müssen Immobilienkaufende monatlich nun deutlich mehr Geld für ihre Darlehensraten aufbringen.
Im historischen Vergleich sind die Zinsen damit zwar immer noch günstig, dennoch wirken sich schon wenige Zehntelprozentpunkte mehr auf die monatliche Ratenhöhe aus und können bis zum Ende der Laufzeit mehrere Tausend Euro Mehrbelastung oder auch einige Jahre mehr Laufzeit bedeuten.
Ein Rechenbeispiel der Frankfurter Finanzberatung (FMH) verdeutlicht die Auswirkungen des Zinsanstiegs: Bei einer Kreditsumme von 400.000 Euro bedeutet eine Erhöhung der Bauzinsen von 1 Prozent auf 2,9 Prozent einen Anstieg der monatlichen Zinsen von 333 Euro auf 976 Euro. Die Mehrbelastung beträgt damit bei einer Zinsbindung von 10 Jahren ingesamt 77.160 Euro.
Ein Ende dieses Trends ist Experten zufolge nicht in Sicht – im Gegenteil. „ Die Zinsen werden im Laufe des Jahres noch auf 3,5 bis 4 Prozent steigen“, sagt Max Herbst von FMH.
Grund für den Zinsanstieg ist Experten zufolge die seit Monaten anhaltende Rekordinflation, ausgelöst durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Um die Inflation zu bekämpfen, hat nach der US-Notenbank Fed nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende eingeläutet: Im Juli will sie die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben. Dann wird es für Banken teurer, sich Geld bei der Zentralbank zu leihen. Dies wiederum geben die Geldhäuser an ihre Kunden weiter, indem sie Kredite zu höheren Zinsen vergeben.
Die Zinsen für Immobilienkredite in Deutschland sind jedoch schon lange vor der ersten Leitzinserhöhung gestiegen. Der Grund dafür ist, dass Banken die Zinserhöhung der Zentralbank oft schon vorwegnehmen: Experten zufolge richten sich Immobilienzinsen weniger nach dem Leitzins der EZB als danach, wie es an den globalen Kapitalmärkten läuft und welche Inflation die Menschen erwarten. Schon lange wurde darüber spekuliert, wann denn nun endlich die EZB die Zinsen anhebt. Entsprechend ist die Zinswende bei Baufinanzierung längst da.