Leichtathletik-Weltmeisterschaft  Norder Diskuswerfer hat WM-Ticket in die USA fast sicher

| | 15.06.2022 09:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henrik Janssen hat den Dreh raus. Er ist bislang der beste deutsche Diskuswerfer in diesem Jahr. Foto: Imago
Henrik Janssen hat den Dreh raus. Er ist bislang der beste deutsche Diskuswerfer in diesem Jahr. Foto: Imago
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Henrik Janssen ist der derzeit beste deutsche Diskuswerfer bei den Männern. Die WM-Nominierung erfolgt in gut einer Woche. Zuvor steigt noch ein Großereignis der Leichtathletik.

Norden/Magdeburg - Das hat es in der Geschichte der Deutschen Leichtathletik auch noch nicht gegeben: Der beste deutsche Sportler im Diskuswerfen ist ein Ostfriese. Henrik Janssen stammt aus Norden und warf den Männer-Diskus in diesem Jahr so weit wie kein anderer Sportler von Schleswig-Holstein bis Bayern. Mit seinen 66,20 Metern, die Janssen Anfang Mai auf Zypern warf, führt er nicht nur die deutschen Bestenliste an, sondern knackte auch die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften (15. bis 24. Juli) in Eugene (USA).

Bislang blickte Janssen, der für den SC Magdeburg startet, immer äußerst zurückhaltend Richtung WM. Doch mittlerweile kann er fast schon die Koffer packen. „Es sieht wirklich gut aus. Das hätte ich so auch nicht erwartet.“ Seine starke Form unterstrich der 2,04 Meter große Modellathlet am vergangenen Freitag bei einem Wettkampf in Schönebeck, als er mit ansprechenden 64,57 Metern den zweiten Platz belegte.

Erst zwei Deutsche schafften WM-Norm

Allerdings musste sich Henrik Janssen diesmal seinem Vereinskollegen Martin Wierig geschlagen geben, der mit 65,73 Meter allerdings die WM-Norm verpasste. Diese Marke überbot als zweiter Deutscher einen Tag später Torben Brandt (Berlin) bei den Berliner und Brandenburger Meisterschaften. Er warf die Scheibe 66,18 Meter weit. Die Jahresbestmarke des Ostfriesen verpasste er damit um zwei Zentimeter.

„Es ist für mich schon sehr überraschend, dass ich noch immer des beste Deutsche in diesem Jahr bin“, sagt Henrik Janssen. „Aber die 66 Meter hatte ich mir durchaus vorgenommen.“

Trainingslager in San Francisco

So haben erst zwei Athleten 2022 die WM-Norm überboten. Drei Sportler kann der Leichtathletik-Verband für die WM nominieren. Und da bis Mitte Juli nur noch wenige Wettkämpfe stattfinden, steigen Tag für Tag Janssens Chancen auf die Reise in die USA.

Gut eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften glaubt auch der Norder nicht mehr daran, dass ihn noch gleich mehrere Athleten überflügeln und ihm in letzter Sekunde das Flugticket entreißen. Nach der DM erfolgt die endgültige Nominierung. Anfang Juli geht es dann für die WM-Starter ins Trainingslager nach San Francisco.

Janssen schaute beim Weltrekord zu

Beim Wettkampf in Schöneberg hatte Janssen nicht nur einen starken Widersacher aus dem eigenen Verein, er sah auch einen Kontrahenten der Zukunft. Beim Weltrekordwurf des Bergedorfer U20-Athleten Mika Sosna schaute Henrik Janssen von der Tribüne aus zu.

„Das war schon krass. Die Scheibe flog und flog.“ Sie landete bei der neuen Weltbestmarke von 71,37 Metern. Allerdings wiegt der Diskus bei der U20-Kategorie nur 1,75 Kilogramm und ist somit 250 Gramm leichter als das Sportgerät der Männer. „Das wird mal ein richtig Guter“, zollte der aktuell beste Deutsche dem besten Nachwuchsmann des Landes ein großes Lob.

Henrik Janssen will seine starke Form nun mit einer Medaille bei der DM am 26. Juni in Berlin krönen. Danach gilt alle Konzentration der Weltmeisterschaft in den USA.

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