Umfrage zum Wochenmarkt Schülergruppe holt Meinungsbild zu Emder Standortfrage ein
Nach den Beschickern haben sich in Emden auch Besucher zum Standort des Wochenmarktes positioniert. Eine Klasse der BBS I stellte das Umfrageergebnis vor.
Emden - Bleibt er oder soll er zurückkehren in den Stadtgarten? Über diese Frage zum Standort des Emder Wochenmarktes war in den vergangenen Wochen in der Stadt viel diskutiert worden. Nachdem sich die Beschicker Ende Mai in dieser Angelegenheit deutlich für einen Verbleib am frisch sanierten Neuen Markt ausgesprochen hatten, präsentierte eine Wirtschaftsklasse der Berufsbildenden Schulen I Emden am Donnerstag das Ergebnis einer eigenen Umfrage.
Was und warum
Darum geht es: die Attraktivität des Emder Wochenmarktes aus Besuchersicht
Vor allem interessant für: Leute, die gerne auf dem Markt einkaufen oder sich Gedanken über eine Verbesserung des Angebots machen
Deshalb berichten wir: Das Thema hatte in den vergangenen Wochen viel Aufmerksamkeit in Emden erfahren. Mitten in die Diskussion fiel eher zufällig eine Projektarbeit von BBSII-Schülern. Am Donnerstag stellt sie das Ergebnis einer Umfrage vor. Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de
Eine sechsköpfige Projektgruppe wertete dafür die Antworten von 314 Besucherinnen und Besuchern aus. Das Ziel: ein umfassenderes Meinungsbild und ein Bekenntnis zur Lage des Marktes. Die Standortfrage war nachträglich auf Wunsch des Emder Stadtmarketings mit in den Fragebogen aufgenommen worden. Als Antwort gaben fast 70 Prozent der Befragten an, den Neuen Markt zu bevorzugen. 23,4 Prozent finden den Stadtgarten besser. Knapp zehn Prozent machten dazu keine Angabe. „Ein so klares Ergebnis hatte ich nicht erwartet“, befand Thomas Strippel, der das Umfrage-Projekt als Lehrer leitet.
Umfrage löste Irritationen aus
Die Befragung hatte in der Stadt einigen Staub aufgewirbelt. Grund waren Irritationen über die Verantwortlichkeiten. Vorübergehend herrschte keine Klarheit darüber, in wessen Auftrag die Erhebung erfolgte und welche Rolle die Stadt dabei spielte. Eigentlicher Auslöser der Diskussionen waren parallel laufende Bestrebungen aus den Reihen der Marktbeschicker.
Der Emder Käsehändler Frans Posthumus hatte im April überraschend den Vorschlag gemacht, den Markt jeweils in der Zeit zwischen Ostern und Oktober in den Stadtgarten zu verlegen. Dort hatten die Händler ihre Stände während der etwa anderthalb Jahre dauernden Umgestaltung des Neuen Marktes aufgebaut. Das Bild, das der Wochenmarkt in dieser Kulisse abgab, kam bei vielen gut an. In einer darauf hin gestarteten Umfrage unter allen Beschickern kam allerdings heraus, dass die große Mehrheit für den Verbleib am eigens nach den Wünschen der Beschicker kernsanierten Neuen Markt ist.
Das sagen die Marktbesucher
Die Standortdebatte, die mittlerweile also längst entschieden ist, überlagerte fast den eigentlichen Zweck des Schul-Projektes. Eine sechsköpfige Gruppe aus dem 12. Jahrgang der Fachoberschule Wirtschaft an den BBS I befasst sich mit den Herausforderungen im Projektmanagement. Der Praxisteil der Lerneinheit: eine Umfrage. In Abstimmung mit dem Stadtmarketing erarbeiteten die angehenden Abiturienten einen Katalog aus elf Fragen. Sie wollten mehr über die Besucher und deren Ansprüche erfahren. „Wir wollten ein Meinungsbild erstellen“, sagte die Schülerin Julia Rose.
Die Antworten zeigen, dass die deutliche Mehrheit der Befragten mit der Qualität, dem Angebot und Erscheinungsbild sehr zufrieden ist. „Es stellt für viele eine Alternative zum Supermarkt dar“, fasste Philipp Kaiser bei der Präsentation der Ergebnisse zusammen. Er leitete die Auswertung als Kopf der Schülergruppe. Aus den positiven Rückmeldungen und dem deutlichen Bekenntnis zum Standort schließen sie, „dass die Umgestaltung des Neuen Marktes Früchte getragen hat“, so Philipp Kaiser
Das Fazit
Knapp die Hälfte gab demnach an, mit dem Fahrrad zu kommen, 29,6 Prozent fahren mit dem Auto zum Einkaufen. Auf die Frage, was dem Markt fehle, wurden unter anderem „Mehr Grün“, andere Öffnungszeiten und ein „Mittagstisch“ genannt. Das am häufigsten angegebene Kriterium sei der Wunsch nach mehr Fahrradständern, so Kaiser.
Fast 70 Prozent der Befragten auf dem Markt sind älter als 40 Jahre. 80 Prozent zeigten sich mit den Öffnungszeiten eher oder sehr zufrieden. Als Ansatz für eine Weiterentwicklung oder Veränderung schlussfolgerten die Schüler, dass andere Öffnungszeiten möglicherweise dazu führen könnten, „dass mehr Jüngere auf den Markt kommen“.
Was die Stadt aus diesem Ansatz und aus den gesamten Ergebnissen zieht, ist offen. Ein Vertreter sagte für die Präsentation am Donnerstag corona-bedingt ab. Die Gruppe will Projektarbeit deswegen bei nächster Gelegenheit auch noch einmal in der Verwaltung vorstellen.