Neckarsulm  Fleisch vom Discounter: Das steckt hinter neuer 5xD-Regel

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 16.06.2022 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Lidl hat höhere Tierwohlstandards für Schweine eingeführt. Foto: imago images/Gladys Chai von der Laage
Lidl hat höhere Tierwohlstandards für Schweine eingeführt. Foto: imago images/Gladys Chai von der Laage
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Lidl und Kaufland bieten flächendeckend Schweinefleisch nach dem 5xD-Standard an. Was bedeutet das Siegel? Und geht es den Tieren dadurch besser?

Lidl und Kaufland bieten seit neuestemmehr Fleisch und Wurst aus Deutschland an. Schon in der vergangenen Woche hatte Kaufland angekündigt nur noch Schweinefrischfleisch mit mindestens der Haltungsstufe 2 („Stallhaltung Plus“) und dem 5xD-Siegel zu verkaufen. Zudem soll die Eigenmarke „K-Wertschätze“ nur noch Schweinefleisch und -wurst aus der Haltungsstufe drei („Außenklima“) anbieten.

5xD (sprich „5 mal D“) bedeutet, dass das Fleisch komplett in Deutschland produziert wurde. So müssen die Tiere in der Bundesrepublik geboren, gemästet, geschlachtet, zerlegt und zu fertigen Produkten verarbeitet werden. Da der Tierschutz in Deutschland vergleichsweise anspruchsvolle Regeln hat, könnte das für mehr Tierwohl sorgen.

Die Kriterien bei der Haltungsform sind etwas komplizierter und je nach gehaltenem Vieh unterschiedlich.

Für Haltungsform 2 braucht es bei Schweinen unter anderem mehr als 0,8 Quadratmeter pro Tier, „organisches, rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial“ (also Stroh) und eine Teilnahme bei der Initiative Tierwohl, bei der bessere Haltungsbedingungen gefördert werden.

Bei der Haltungssstufe 3 muss ein Schwein zusätzlich mindestens 1,05 Quadratmeter Platz, eine „Stallhaltung mit Außenklimareizen“ und gentechnikfreies Futter erhalten. Zudem muss seine Gesundheit besser dokumentiert werden.

Nun hat auch Lidl nachgezogen. Der Discounter will laut einer Pressemitteilung in allen 3200 Fillialen unter der Eigenmarke „Metzgerfrisch“ Wurst, Schwein, Rind und Geflügel anbieten, das den 5xD-Kriterien entspricht. „Dadurch setzen wir als erster deutscher Händler ein bundesweites ‚5xD‘-Angebot konkret um“, wird Einkaufsleiter Christopher Graf zitiert. So wolle Lidl dem Kundenwunsch nach heimischen Produkten nachkommen.

Kaufland hatte die Umstellung bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt, nachdem die Konkurrenten von Aldi und Rewe versprochen hatten, ähnliche Regeln einzuführen. Bereits vor der Umstellung haben laut dem Unternehmen bereits 80 Prozent des Schweinefrischfleischs und 100 Prozent der „K-Wertschätze“ den Kriterien entsprochen.

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