Berlin  Fordert Angriff: Russischer Propagandist hetzt gegen Deutschland

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 17.06.2022 11:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der russische Moderator Wladimir Solowjow hetzte im Fernsehen gegen Deutschland. Foto: imago images/Russian Look
Der russische Moderator Wladimir Solowjow hetzte im Fernsehen gegen Deutschland. Foto: imago images/Russian Look
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Russlands Ton gegenüber Deutschland wird rauer. Vor der Ukraine-Reise von Kanzler Olaf Scholz hetzte der russische Propagandist Wladimir Solowjow gegen die Bundesrepublik – und forderte einen militärischen Angriff.

Wirtschaftssanktionen, Unabhängigkeit von russischen Energien und Waffenlieferungen für die Ukraine: Mit den bisherigen Maßnahmen im ukrainischen Krieg setzt Deutschland den Kreml unter Druck. Die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Kiew scheint die russische Aversion gegenüber dem Westen nun noch mehr gesteigert haben.

Das zeigte unter anderem ein Auftritt des Moderators Wladimir Solowjow im russischen Staatsfernsehen am Abend vor Scholz’ Besuch in Kiew. Solowjow gilt als führender Kopf der russischen Staatspropaganda und fiel in der Vergangenheit mehrfach wegen dubioser Aussagen auf. So bezeichnete er die Russen als „auserwähltes Volk“, das bei einem Atomkrieg in den Himmel käme, während die restliche Welt „krepieren“ werde.

Im Staatsfernsehen teilte Solowjow, der seit dem Frühjahr von der Europäischen Union sanktioniert wird, nun verbal gegen Deutschland aus. In einem Gespräch mit dem Kreml-Propagandisten Alexander Sosnowski erkundigte sich Solowjow nach den Waffenbeständen der Bundeswehr in Hinblick auf die Waffenlieferungen an die Ukraine. „Die Bundeswehr hat fast nichts mehr“, antwortete Sosonowski daraufhin.

Diese „Information“ nutzte Solowjow, um einen militärischen Angriff gegen Deutschland ins Spiel zu bringen. „Dann sollten wir eine zweite Front eröffnen und auf Deutschland drauf hauen, solange sie komplett unbewaffnet sind“, so der Propagandist. „Damit es keine Illusionen bei den Nazis gibt.“ Über den verbalen Ausbruch hatte unter anderem die „Berliner Zeitung“ berichtet.

Der Vorwurf folgt einem bekannten Muster: Vermeintliche Feinde Russlands werden vom Kreml stets als Nazis bezeichnet, allen voran die Ukraine, womit auch die russische Invasion begründet wurde. Bereits nach dem Besuch von Kulturstaatsministerin Claudia Roth im ukrainischen Odessa hatte Solowjow damit gedroht, die moderne Rote Armee in Deutschland einmarschieren zu lassen, wie damals im Zweiten Weltkrieg.

Der Propagandist ist längst nicht der einzige, der jüngst zum verbalen Rundumschlag ausholte. Während der Ukraine-Reise von Kanzler Scholz am Donnerstag beleidigte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew auf Twitter die Politiker Scholz, Macron und Draghi als Fans von Leberwurst, Fröschen und Spaghetti. Die europäische Unterstützung der Ukraine werde das Land nicht näher zum Frieden bringen.

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