Umfrage Emder Wochenmarkt Beschicker sehen wenig Spielraum für längere Öffnungszeiten
Bei einer Umfrage unter Besuchern des Emder Wochenmarktes wurde der Wunsch nach anderen Öffnungszeiten geäußert. Die Beschicker reagieren verhalten.
Emden - Wie lässt sich die Beliebtheit des Wochenmarkt in Emden steigern und gleichzeitig das Interesse auch von jüngeren Besuchern wecken? Die Berufsbildenden Schule I Emden sind diesen Fragen nachgegangen. Im Zuge einer Projektarbeit sprach eine Schülergruppe mit mehr als 300 Besuchern. Das Ergebnis einer Umfrage zeigt, dass unter anderem veränderte Öffnungszeiten gewünscht werden. Aus Sicht vieler Beschicker lässt sich eine solche Forderung allerdings nicht so leicht umsetzen. „Wir stehen schon jetzt vor der Herausforderung, Mitarbeiter zu finden“, sagt Henriette Freerk. Sie hat eine Gemüsestand auf dem Markt.
Was und warum
Darum geht es: den Emder Wochenmarkt aus Sicht der Beschicker
Vor allem interessant für: diejenigen, die in Emden eine Alternative zum Supermarkt suchen oder gerne auf dem Wochenmarkt einkaufen
Deshalb berichten wir: Am Donnerstag wurde das Ergebnis einer Besucherumfrage vorgestellt. Wir haben am Tag darauf mit den Beschickern auf dem Markt darüber gesprochen. Den Autor erreichen Sie unter: g.paeschel@zgo.de
Das Ergebnis der Schülerumfrage, das die BBS-Klasse am Donnerstag vorgestellt hatte, stieß bei den Beschickern auf großes Interesse, zumal es dabei auch um die Frage nach der Attraktivität des Standortes gegangen war. Dass sich fast 67 Prozent der Befragten für den Neuen Markt ausgesprochen hatten und nur 23,4 Prozent den Stadtgarten bevorzugen, wurde aufmerksam registriert. Nachdem es in der Stadt rege Diskussionen über einen möglichen Umzug gegeben hatte, hatten sich die Beschicker bei einer internen Abstimmung klar für den Verbleib am Neuen Markt ausgesprochen. Entsprechend zufrieden zeigten sich etliche Händler am Freitag im Gespräch mit der Redaktion.
Die Macht der Gewohnheit
Einig waren sich die meisten Beschicker darin, dass die Ausweitung des Marktes in die Nachmittagsstunden schwierig wäre. „Irgendwann müssen wir schließlich Feierabend haben“, sagte die Verkäuferin Grete Jüchems und sprach damit aus, was viele denken. Als einen möglichen Kompromiss zwischen den Interessen der Beschicker und denen von berufstätigen potenziellen Kunden, die wegen ihrer Dienstzeiten zu späterer Stunde einkaufen möchten, nannte Henriette Freerk eine nach hinten verschobene Öffnung an einzelnen Markttagen.
Einen der drei festen Markttage in Emden aufzugeben, um dafür einen festen Feierabendmarkt anbieten zu können, hält sie für keine gute Idee. Die Gewohnheiten der Besucher seien zu stark, sagte sie. Es gebe zu viele typische Dienstags-, Freitags, oder Samstagsgänger, die man dadurch verlieren würde, so Henriette Freerk.
Der Platz für neue Stände ist begrenzt
Die Händler machen sich ebenfalls Gedanken, wie man das Angebot attraktiv und damit zukunftsfest machen kann. Anke Wilts ist Vorsitzende im Vorstand der Beschicker des Emder Marktes. Die 26-Jährige blickt auf eine lange Vergangenheit ihres Familienbetriebs zurück und hat gleichzeitig die Zukunft im Blick. Einem regelmäßigen Feierabendmarkt für Emden steht sie im Kern positiv gegenüber. Gleichzeitig weiß sie um die wachsende Belastung, die ein solcher Schritt für viele mit sich bringt. Trotzdem sieht sie darin eine gute Gelegenheit, „mehr Studenten auf dem Markt zu bringen“, wie sie sagte. Eine andere Möglichkeiten seien Studentenrabatte. „Das geht aber nur einheitlich“, sprich, wenn alle Beschicker an einem Strang ziehen.
In der Umfrage der BBS-Schüler wurde von Besuchern zudem der Wunsch nach weiteren gastronomischen Angeboten wie einem Mittagstisch geäußert. Der Vorschlag wird von vielen Beschickern geteilt. Allerdings gibt es auch hierfür Einschränkungen. Der Neue Markt bietet dafür kaum noch ausreichend Platz, gaben mehrere zu bedenken. „Wo will man das hier noch hinstellen?“, fragte etwa Grete Jüchems mit Blick auf die vielen Stände und die begrenzten räumlichen Möglichkeiten.
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