Übergangslösung in Sicht  Das Emder Bunkermuseum soll wieder eröffnen

| | 17.06.2022 18:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Bunker in der Holzsägerstraße beherbergt seit 1995 ein Museum. Die Ausstellung könnte jetzt umziehen. Foto: Archiv
Der Bunker in der Holzsägerstraße beherbergt seit 1995 ein Museum. Die Ausstellung könnte jetzt umziehen. Foto: Archiv
Artikel teilen:

Der Emder Bunker, in dem ein Museum untergebracht ist, erfüllt den Brandschutz nicht. Deswegen durfte die Einrichtung im vergangenen wie diesem Jahr nicht öffnen. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Emden - Das Emder Bunkermuseum soll provisorisch wieder öffnen können – allerdings nicht in dem Bunker an der Holzsägerstraße. Auch nicht in einem der zahlreichen anderen Weltkriegs-Schutzbauten der Stadt. Bei einem Gespräch mit dem Trägerverein des Museums und der Stadtverwaltung am Mittwoch habe man sich darauf geeinigt, eine Lösung zu finden, damit die Ausstellung zumindest im Stadtraum wahrgenommen werden kann, sagte Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) im Tourismus-Ausschuss des Emder Rates am Donnerstag. Im Gespräch sei beispielsweise ein leerstehendes Geschäft dafür zu verwenden. Der Museumsverein habe sich dem Vorschlag gegenüber offen gezeigt, so Kruithoff.

Die Ausstellung im Bunker beherbergt zahlreiche authentische Stücke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Foto: Bunkermuseum
Die Ausstellung im Bunker beherbergt zahlreiche authentische Stücke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Foto: Bunkermuseum

Es bestehe keine Möglichkeit, den Bunker als Museum zu öffnen. Der Betonbau hat nur einen Aus- und Eingang sowie nur eine Treppe bis ins sechste Stockwerk. Würde dort etwas Feuer fangen, würden die Flammen schnell auf die zahlreichen „Brandlasten“, also Ausstellungsstücke, übergreifen. Die Rauchentwicklung würde es Besuchern in den oberen Stockwerken unmöglich machen, das Gebäude zu verlassen. „Wir würden uns als Stadt versündigen, wenn wir trotzdem öffnen würden“, sagte Kruithoff. Die Entscheidung sei nicht aus Boshaftigkeit gefällt worden.

Fakt ist: Seit 1995 war der Bunker als Museum genutzt worden. Bis 2016 war das Gebäude im Besitz des Bundes. Dadurch hatte ein anderes Regelwerk für den Sonderbau gegolten, hieß es vom Museumsverein im vergangenen Jahr. Der Bund wollte den Bunker gewinnbringend verkaufen und die Stadt Emden nahm ihm das Gebäude ab – für 45.000 Euro. Erst 2019 waren dann bei einer brandschutzrechtlichen Untersuchung erhebliche Mängel aufgefallen. Das Museum hatte seitdem nur unter provisorischen Bedingungen zeitweise öffnen können – unter anderem mit einer Brandwache, eine in der Feuerabwehr geschulte Person, die während der Öffnungszeiten den Betrieb bewachte. Und einer Sperrung der oberen Stockwerke. „Es gibt keine Alternativen mehr, es braucht die große Lösung“, meinte Tim Kruithoff nun. Der Umbau des Bunkers aber soll rund 600.000 Euro (Stand August 2021) kosten. Stadt und Museum können sich das eigentlich nicht leisten.

Ähnliche Artikel