Ostfriese dominiert Diskuswerfen  Nächster Rekord – Janssen ist Deutschlands Nummer eins

| | 20.06.2022 13:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henrik Janssen steigerte seine eigene deutsche Jahresbestleistung. Foto: Imago
Henrik Janssen steigerte seine eigene deutsche Jahresbestleistung. Foto: Imago
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Der Norder Henrik Janssen steigerte seine eigene deutsche Jahresbestleistung. Nun plant er die WM-Reise. Vorher hat er noch ein anderes großes Ziel.

Magdeburg/Norden - Ostfrieslands Diskus-Held festigte beim Wettkampf in Magdeburg seine Position als Nummer eins in Deutschland. Der Norder Emporkömmling Henrik Janssen, der seit Mai die deutsche Jahresbestleistung hält, steigerte diese Marke am vergangenen Donnerstag noch einmal um fünf Zentimeter auf 66,25 Meter. Das ist zugleich auch die persönliche Bestleistung des 24-Jährigen, der für den SC Magdeburg startet.

Mit seiner erneut eindrucksvollen Vorstellung rückte Henrik Janssen zwangsläufig in die Favoritenrolle für die Deutsche Meisterschaft, die am kommenden Wochenende in Berlin ausgetragen wird. „Ja tatsächlich. Das hätte ich auch niemals für möglich gehalten“, sagt Janssen. „Eine Medaille ist nun auf jeden Fall mein Ziel für Sonntag.“

Rekordmann sieht noch Luft nach oben

Wenn dort nicht ein Wunder passiert und die Werfer gleich reihenweise Janssens Bestmarke übertreffen, wird der Ostfriese nach den Titelkämpfen das Ticket für die WM (15. bis 24. Juli) erhalten. Der Flieger in die USA startet schon Anfang Juli, denn die deutschen Athleten begeben sich zuvor in ein Trainingslager in San Francisco.

Dort wird auch Henrik Janssen dann mit seinem Trainer Jürgen Schult an den letzten Feinheiten feilen. „Es ist noch ein bisschen Luft nach oben“, sagt der Athlet. Schließlich waren die Voraussetzungen für seinen Rekordwurf von Magdeburg keinesfalls ideal. „Ich hatte ein paar Tage zuvor eine blockierte Rippe und dadurch Nackenprobleme“, erzählt Janssen. Aber mit Osteopathie und Physiotherapie bekam die medizinische Abteilung der Magdeburger die Probleme in den Griff.

Beste Wurfserie seines Lebens

Natürlich entschied Henrik Janssen mit den 66,25 Metern gleich im ersten Versuch den Wettkampf für sich. „Danach wollte ich noch weiter werfen, bin aber zu sehr verkrampft.“ So sprang zwar mit einem weiteren Wurf über 65 Meter und zwei Versuchen über 64 Meter die beste Serie seines Lebens heraus, aber kein weiteres Mal landete die Scheibe jenseits der 66-Meter-Marke.

Der 2,03 Meter große Athlet überbot aber ganz nebenbei zum zweiten Mal die WM-Norm von 66 Metern. Außer ihm übertraf die magische Grenze in diesem Jahr bundesweit nur der Berliner Torben Brandt (66,18 Meter).

DM-Medaille ist das nächste Ziel

Janssens routinierter Teamkollege Martin Wierig hatte in Magdeburg ebenfalls auf die 66 Meter gehofft, musste sich aber mit 64,20 Metern und Rang zwei begnügen.

Am Sonntag hofft der Norder natürlich auf sein nächstes Ausrufezeichen. „In Berlin geht es nicht um die Weite, sondern alleine um die Platzierung.“ Nach all den Vorschusslorbeeren lastet nun auch etwas Druck auf dem 24-Jährigen. „Wenn ich nun keine Medaille holen würde, wäre ich schon etwas enttäuscht“, sagt Henrik Janssen. Er strebt nicht unbedingt nach der Plakette in Gold, aber eine Sensation wäre der Titel für den Ostfriesen nach seinen Vorleistungen nicht mehr.

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