Artikel 1, GG Diese Personalie ist mir ein Rätsel
Mittwochs geht es in unserer Kolumne immer um die Unterschiedlichkeit der Kulturen. Diesmal um die mögliche Chefin der Antidiskriminierungsstelle.
Kennen Sie Ferda Ataman? Wenn nicht: macht nichts. Muss man nicht kennen, man weiß aber, wer sie ist, wenn man sich für Integrationspolitik und Rassismusdebatten interessiert. Ihretwegen hatte sich Horst Seehofer als Innenminister geweigert, 2018 an dem Integrationsgipfel des Bundes teilzunehmen.
Ataman hatte zuvor in einem Artikel den CDU-Politiker und die Erweiterung seines Ressorts um „Heimat“ scharf kritisiert; dieser Begriff sei zu eng mit der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie verbunden, so Ataman, die Publizistin und Aktivistin ist und als Vorsitzende einer Migrantenorganisation an dem Gipfel teilnahm.
Die Tochter türkischer Arbeitsmigranten hat sich im Laufe ihres Berufslebens darauf spezialisiert, Diskriminierung und Rassismus anzuprangern. Dagegen ist wahrlich nichts einzuwenden. Das sind wichtige Themen. Dass nun aber das Bundeskabinett auf Initiative der Grünen die 43-Jährige als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgeschlagen hat, sorgt bei etlichen für Unmut. Nicht ohne Grund. Auch ich gehöre zu denen, die den Vorschlag der Grünen für problematisch erachten – und dies aus mehreren Gründen.
Wer die Position der Antidiskriminierungsbeauftragten übernimmt, sollte das Vertrauen aller haben und sich nicht als Publizistin mit Positionen hervorgetan haben, die mehr spalten als zur Lösung von Problemen beitragen. Wer wie Ataman vor allem als Aktivistin wirkt und kein Problem darin sieht, dass alteingesessene Deutsche als Kartoffeln bezeichnet werden, wie es Migranten in herablassender Weise gerne mal machen; wer wie sie die Ursache von Missständen im Zusammenleben von Eingewanderten und Einheimischen bei letzteren sieht, ist nicht wirklich eine ideale Besetzung. Atamans Positionen sind bekannt; für sie ist schon allein die Frage nach der Herkunft rassistisch, wie sie in ihrem Buch „Hört auf zu fragen. Ich bin von hier“ erklärt. Warum die Grünen sie für eine ideale Besetzung halten, ist mir ein Rätsel.
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