Kolumne: Klare Kante  Trendwende oder Aus für die Linken?

Dieter Weirich
|
Eine Kolumne von Dieter Weirich
| 23.06.2022 08:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dieter Weirich
Dieter Weirich
Artikel teilen:

Donnerstags gibt es in unserer Kolumne klare Kante: Diesmal geht es um unsere Furcht vor Atomkraft, Klimawandel und Putins Bomben.

„Feind, Erzfeind, Parteifreund“ – in keiner Partei ist diese bösartige ,Verfall markierende Steigerung aktueller als bei der Linken, die am Wochenende auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt Auswege aus ihrer Krise finden und einen Neustart wagen will. Bei der Bundestagswahl knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, mit drei Direktmandaten aber noch ins Parlament gekommen, befindet sich die Linke im Überlebenskampf. Bei den Landtagswahlen im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen reichte es nicht zum Einzug in die Landtage, die Umfragen signalisieren einen weiteren Niedergang.

Betrachtet man das innerparteiliche Gezänk, besteht die in demokratischem Gewand agierende Nachfolgeorganisation der SED aus zwei Parteien. In Fragen der Außen-und Sicherheitspolitik gespalten, entzündet sich der Streit an der linken Ikone Sarah Wagenknecht.

Ihr passt die ganze Richtung nicht. Für sie kümmert sich die Partei zu stark um die akademischen Milieus, vernachlässigt ihre Kernzielgruppen. Umstritten ist freilich ihre Linie in der Ukraine-Frage, wo der Nato und dem Westen eine Mitschuld am Krieg zugewiesen und Verständnis für Putin aufgebracht wird.

Eine neue Führung soll die Trendwende schaffen. Die jetzige Vorsitzende Janine Wissler will wieder kandidieren. Sie gilt als „Bewegungs-Linke“. So werden Politiker bezeichnet, die über Strömungen in den sozialen Medien Einfluss zu nehmen versuchen. Die eloquente Hessin hat durchaus Rückhalt, ist aber wegen der erfolglosen Führung der letzten Jahre und eines Sexismus-Skandals in ihrem Landesverband angeschlagen. Mit der jungen niedersächsischen Landeschefin Heidi Reichinnek, die ihr in Abneigung verbunden ist, hat sie eine ernstzunehmende Gegenkandidatin.

Als Retter der Partei sieht sich der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann, ein fleißiger Gefolgsmann Wagenknechts, der mit dem Direktmandat in Leipzig der Linken zum Sprung ins Bundesparlament verhalf. Neben ihm kandidiert noch der Europapolitiker Martin Schirdewan.

Kontakt: kolumne@zgo.de

Ähnliche Artikel