Wacken  WOA-Veranstalter sprechen von „Schnapsidee“: Die „Höhner“ treten in Wacken auf

Anna Krohn
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Von Anna Krohn
| 23.06.2022 14:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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So viele Diskussionen um eine teilnehmende Band hat es lange nicht gegeben: Die Partyband „Höhner“ reist auf dem Holy Ground an – und das finden viele Metal-Heads ganz schlimm. Vielen ist das aber auch einfach egal.

Die Metal-Fans sind in heller Aufruhr, zumindest viele: Gerade erst haben die WOA-Veranstalter 22 neue Bands für das Festival vom 3. bis zum 6. August angekündigt – und darunter sind neben der bekannten deutschen Metal-Band „Powerwolf“ und „Life Of Agony“ (New York), eine der wichtigsten Alternative-Metal-Bands der Welt, auch: die „Höhner“. Tatsächlich macht sich die 1972 gegründete Kölsche Musikgruppe auf den Weg zum Holy Ground – und das finden ziemlich viele Metal-Heads ziemlich doof.

Natürlich ist der Auftritt der Karnevals- und Partyband, die für Hits wie „Die Karawane zieht weiter“, „Viva Colonia“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ bekannt ist, in den großen Wacken-Facebook-Gruppen jetzt Thema Nummer eins. Ein User schreibt entsetzt:

Das sehen viele andere Facebook-Nutzer in der Gruppe und quasi Wacken-Fans weltweit genauso: Die weiteren Reaktionen reichen von „Furchtbar“ oder „Was soll denn der Mist?“ bis hin zu „Ist ein Rock- und Metal-Festival und net ein Heimatabend! So einfach ist das“. Aber: Vielen scheint die Teilnahme der „Höhner“ auch schlicht egal zu sein, oder sie zeigen sogar Verständnis für die Wahl der WOA-Gründer- und -Veranstalter Thomas Jensen und Holger Hübner. So schreibt eine Userin:

Eine weitere Metal-Freundin merkt an: „Welche Musik läuft denn immer auf dem Campingplatz? Garantiert nicht nur Metal und Rock.“ Und ein anderer Nutzer findet es schlicht „zur Abwechslung mal ganz witzig“. Und dann folgt noch der Hinweis: Das Musik-Programm auf dem WOA sei noch nie 100 Prozent Metal gewesen – und damit hat er eindeutig recht: Nicht nur, dass bereits Heino – und zwar zusammen mit „Rammstein“! – und Roberto Blanco auf dem WOA auftraten. Auch Gruppen wie die Punk-Band „Die Kassierer“ oder die Hip-Hop-Band „Limp Bizkit“, die in diesem Jahr erstmals dabei ist, sind alles andere als Metal.

Thomas Jensen erklärt den Auftritt der „Höhner“ damit, dass er Sänger Henning Krautmacher kürzlich getroffen und mit ihm darüber gesprochen habe, dass Krautmacher nur noch dieses Jahr Teil der Band sei. „Wir witzelten darüber, dass zu einem solchen Abschied ein kleiner Auftritt in Wacken gut passen würde. Ein paar Schnäpse später dachten wir uns: Das machen wir wirklich!“ Nun fühle man sich „geehrt, das Schaffen dieser Legende der deutschen Musik-Szene auf diese Weise würdigen zu können“. Das sei „eine Schnapsidee im besten Sinne – so eine, wie es damals auch die Gründung des WOA war“.

Und Tatsache bleibt: Auch wenn Till Lindemann gerade erst mit seinem Metal-Solo-Projekt „Lindemann“ abgesagt hat – auf dem größten und bekanntesten Metal-Festival der Welt in Wacken treten ja nach wie vor etliche hochkarätige Metal-Bands aus der ganzen Welt wie Slipknot, Judas Priest, In Extremo, Grave Digger oder Cirith Ungol auf.

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Die Weiteren neu angekündigten Bands sind außerdem: ASP, Slime, Ann Wilson, Vended, Corvus Corax Era Metallum, Satan, Blind Channel, Torfrock, Space Chaser, Insanity Alert, Blood Incantation, The Spirit, Manntra, Gwendydd, Hardbone, Mambo Kurt, Mutz, 5th Avenue sowie Acoustic Steel – und: die legendären Wacken Firefighters, also kein geringerer als der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wacken.

Bis zum WOA sind es übrigens (Stand 23. Juni) nur noch 41 Tage: Also: Lieber schonmal packen, Equipment einkaufen und die Anreise organisieren, statt über das Line-Up lästern, das empfehlen eingefleischte Wacken-Gänger.

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