Ansehnliches Aurich Carolinengang soll im Herbst schöner werden
Die Stadt Aurich will den Carolinengang neu gestalten. Er soll mit einem kleinen Platz grüner und einladender werden. Es gab aber auch Kritik.
Aurich - Unebenes Pflaster, fehlende Randeinfassungen und ein Hauch von Baustellen-Flair: Der Carolinengang in Aurich hat derzeit ein Pfui-Image. Das soll sich spätestens im Herbst gründlich ändern. Die Pläne für eine Neugestaltung hat Tanja Ahrens vom städtischen Tiefbauamt am Donnerstag im Bauausschuss vorgestellt. Weil aus drei Richtungen, nämlich von der Burgstraße, der Hafenstraße und dem Georgswall, Wege in die Mitte des Carolinengangs mündeten, könne man dort vortrefflich einen Platz anlegen, sagte die Planerin. Spielgeräte, eine Rasenfläche, Pflanzen und zwei Bäume sollen später zum Verweilen einladen. Die Oberfläche werde mit blau-violetten Steinen gepflastert. „Das entspricht der Gestaltungssatzung, die wir für die Lohnen haben. Die sollen sich farblich von den Hauptverkehrswegen absetzen“, sagte Tanja Ahrens.
Die beiden Bäume, die gepflanzt werden sollen, sind ein Ausgleich für eine Blutbuche, die vom Brandkrustenpilz befallen war und im vergangenen Jahr gefällt werden musste. Außerdem werde man eine Goldulme, die jetzt noch am Carolinengang steht, „entnehmen müssen“. Ein Baumsachverständiger sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Baum geschädigt sei. Er befinde sich in der letzten Stufe vor dem Absterben. Wollte man ihn wieder beleben, würde das Kosten in Höhe von 10.000 Euro verursachen. Eine Gewähr dafür, dass er sich wieder erhole, gebe es auch nach dieser Kur nicht. Ein neuer Baum koste indessen nur rund 3000 Euro. „Das kann dann aber nur ein kleiner Baum sein“, sagte Gila Altmann. Die Grünen-Fraktionschefin kritisierte die Entscheidung. In ihren Augen sei der Umgang mit den Stadtbäumen zu sorglos. Man müsse sie so lange wie möglich erhalten: „Wir werden uns noch wundern, wie sich das Innenstadt-Klima verändern wird.“
Die Grünen verweigerten der Umgestaltung des Carolinengangs ihre Zustimmung. Damit waren sie die einzige Fraktion, die die Pläne ablehnte. Die Baumaßnahme soll im Oktober beginnen. Dafür hatte sich Gastronom und FDP-Ratsherr Arno Fecht ausgesprochen. Er betreibt die Gaststätte „Pinte“ am Carolinengang und hat das Gebäude direkt gegenüber umgebaut. Nach eigenem Bekunden war er eng in den Gestaltungsprozess eingebunden. Er hatte darum gebeten, die endgültige Sanierung des Carolinengangs auf den Herbst zu verschieben. „Es hätte uns Gastronomen empfindlich getroffen, wenn in den kommenden Monaten vor unserer Tür gebaut worden wäre“, sagte er. Er freue sich darauf, dass das Areal im Herbst aufgewertet werde.