Einigung mit Landkreis  Stadt Leer betreibt ihre eigenen Kindergärten noch ein Jahr weiter

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 26.06.2022 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Kinderbetreuung in Leer macht sowohl der Stadt als auch dem Landkreis Sorgen. Foto: Anspach/dpa
Die Kinderbetreuung in Leer macht sowohl der Stadt als auch dem Landkreis Sorgen. Foto: Anspach/dpa
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Ein Jahr noch betreibt die Stadt ihre drei eigenen Kindergärten selber, dann übernimmt der Landkreis. Stadt und Kreis haben mit gravierenden Problemen zu kämpfen.

Leer - Eigentlich hat die Stadt Leer zum neuen Kindergartenjahr die Verantwortung für die Kindergärten und -krippen an den Landkreis abgegeben. Der ist grundsätzlich zuständig für die Kinderbetreuung, hat die Aufgabe aber per Vertrag an seine Kommunen delegiert. Aus dieser Vereinbarung ist die Stadt ausgestiegen, weil sie sich mit dem Kreis nicht über eine angemessene Beteiligung an dem jährlich steigenden Defizit bei der Finanzierung einigen konnte.

Die drei städtischen Einrichtungen – Kita Niedersachsenring sowie die Kindergärten Rasselbande und Leerort – wird die Stadt aber noch ein Jahr länger selber betreiben, sagte Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) der Redaktion. Darauf habe man sich mit dem Kreis geeinigt, der die vollen Betriebskosten übernehmen werde. Nach dem Jahr werde der Kreis der Stadt die Kindergärten dann abkaufen.

Weiter Personalprobleme

Derzeit kämpft die Stadt weiterhin mit enormen Personalproblemen in den Kindergärten, berichtete Björn Steinau vom Fachdienst Jugend, Schule Sport den Mitgliedern des Kinder- und Jugendausschusses in dessen jüngster Sitzung. Offene Stellen und Krankheitsausfälle hatten in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass das gewohnte Betreuungsangebot nicht aufrecht erhalten werden konnte. Nach Ostern habe sich die Situation ein Stück weit beruhigt, allerdings nicht lange, so Steinau. „Eine Woche lang hatten wir die Hoffnung, dass ab August alle Stellen besetzt haben werden.“

Mittlerweile habe es schon wieder eine Kündigung gegeben und die Absage einer Kandidatin, der man schon eine Zusage erteilt habe. Mindestens eine dieser Stellen bleibe wohl über den Sommer hinaus unbesetzt. Deshalb werde die Stadt weiterhin auf das Personal von Dienstleistungsagenturen zurückgreifen müssen.

56.000 Euro für Personaldienstleister

Alleine dafür habe man im laufenden Jahr schon 56.000 Euro ausgegeben. Deshalb sei es für die Stadt eine Option, Bewerbern mehr Stunden zu bewilligen, als eigentlich gebraucht würden, sagte Erster Stadtrat Detlef Holz: „Das ist günstiger als Leute mit weniger Stunden vom Personaldienstleister.“

Derweil fehlen ab August in Leer offenbar immer noch rund 150 Plätze in Kindergärten und -krippen. Das sei nun die Zuständigkeit des Kreises, sagte Holz. Der habe mehr Möglichkeiten als die Stadt und könne beispielsweise auf Großtagespflege zurückgreifen. Grundsätzlich könnten Eltern, deren Kinder keinen Betreuungsplatz bekämen, klagen, bestätigte er einen Einwurf von Engeline Kramer (Grüne).

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