Berlin Melnyk verteidigt Massenmörder: Putin in die Falle getappt!
Olaf Scholz eine „beleidigte Leberwurst“, Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland angeblich nicht willkommen, und jetzt die abermalige Verteidigung eines Massenmörders: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk wird unerträglich.
Seine Attacken gegen den „zögerlichen“ Bundeskanzler, den er eine „beleidigte Leberwurst“ nannte, und gegen die deutsche Bevölkerung, die sich angeblich nicht genug um Ukraine-Flüchtlinge kümmere, hat Melnyk bedauert.
Dafür legt er mit mit der krassen Verteidigung des ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera, ein Massenmörder und Nazi-Kollaborateur, nach. Das geht zu weit, findet selbst sein Dienstherr, das ukrainische Außenministerium, und geht auf scharfe Distanz zum eigenen Botschafter in Berlin.
Schon im Frühjahr hatte sich Melnyk nicht von Bandera distanziert. Vor sieben Jahren hatte er Blumen an dessen „Heldengrab“ in München abgelegt. Doch die jüngste Verteidigung des Partisanenführers aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges geht weiter: Die Vorwürfe, Banderas Truppen hätten damals Hunderttausende Juden und Polen ermordet? „Keine Belege“ gebe es dafür, es handele sich um Erzählungen durch die russische Seite!
Auf Twitter ist die Empörung grenzenlos. „Was für eine Geschichtsverleugnung. Was für eine Geschichtsverklitterung. Was für eine Heuchelei“, schreibt dort der Pianist Igor Levit. „Sie sind ein unerträglicher wiederlicher Hetzer und Vorderer, der unser Land verachtet und noch dazu, einen Massenmörder wie #Bandera verehrt, einfach nur #ekelhaft“, schreibt ein weiterer User. Es gibt dutzende Aufrufe an die Bundesregierung, den „Faschisten“ Melnyk des Landes zu verweisen.
Melnyk selbst wehrt sich: „Die Ukrainer brauchen keine postkolonialistischen Geschichte-Tipps aus Deutschland, das für 10 Millionen Opfer der Nazi-Terrorherrschaft verantwortlich ist.“ Statt diese NS-Verbrechen gegen Zivilisten endlich aufzuarbeiten, „hat man lieber Bandera als Zielscheibe gewählt“.
Bandera, 1959 von einem KGB-Agenten in Deutschland ermordet, gilt vielen in der Westukraine nach wie vor als Held, in der Ostukraine, in Israel und Polen als Massenmörder. Russlands Präsident Wladimir Putin rechtfertigt seinen Krieg gegen die Ukraine auch damit, die heutigen „Banderisten“ in der Ukraine müssten vernichtet werden.
Es ist mehr als verständlich, wenn Melnyk, dessen Land um sein Überleben als souveräner Staat kämpft, wütend über Putins verquere Rechtfertigungen ist. Aber schlimmer kann er dem Kreml-Chef nicht auf den Leim gehen.
Die Ukraine verteidige gegen Russland auch Europas Werte, begründet Melnyk ein ums andere Mal seinen Ruf nach modernen westlichen Kriegswaffen. Das „Nie wieder“ zu Judenhass und Faschismus bildet aber eine ganz dicke Säule im europäischen Wertekonsens. Der ukrainische Botschafter tritt diesen mit Füßen. Er verspielt seine moralische Autorität. Putin dürfte jubeln.
Im Berliner Regierungsviertel ist man schon länger sauer auf Melnyk. Neben seinen Beleidigungen wird ihm falsches Spiel vorgeworfen. So war er vor den Feiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 9. Mai angeblich einverstanden, dass keine ukrainischen (und russischen) Flaggen gezeigt werden dürften. Als das Verbot kam, stellte er die Berliner Verwaltung für das an den Pranger, dem er vorher zugestimmt haben soll.
Das ukrainische Außenministerium in Kiew beließ es vorerst dabei, die Bandera-Aussagen des Botschafters als „persönliche Meinung“ zu disqualifizieren. Wenn Melnyk dem Ansehen seines Landes schweren Schaden zufügt, dürfte das nicht ausreichen.