Geld für bessere Straßen  Ausbau der Radstrecke zwischen Emden und Hinte wird teurer

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 01.07.2022 17:11 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Verbindung über den Sielweg ist auch bei Radfahrern beliebt. Der Zustand der Strecke lässt jedoch zu wünschen übrig. Archivfoto: Wagenaar
Die Verbindung über den Sielweg ist auch bei Radfahrern beliebt. Der Zustand der Strecke lässt jedoch zu wünschen übrig. Archivfoto: Wagenaar
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Der Ausbau einer wichtigen Radstrecke wird für die Gemeinde Hinte und für die Stadt Emden teurer. Allerdings könnten die beiden vom Zeitdruck profitieren.

Hinte/Emden - Die Freude war groß, als im Februar der Förderbescheid des Bundes kam: Mit 2,1 Millionen Euro hilft dieser der Gemeinde Hinte und der Stadt Emden dabei, einen wichtigen gemeinsamen Verbindungsweg auszubauen und zu sanieren. Nun müssen die beiden Kommunen zwar selbst tiefer in die Tasche greifen, als sie es sich erhofft haben. Sie könnten dabei aber noch Glück im Unglück haben.

Was und warum

Darum geht es: um die Sanierung einer wichtigen Verbindung zwischen Emden und Hinte

Vor allem interessant für: Fußgänger, Radfahrer und Landwirte

Deshalb berichten wir: Im Rat der Gemeinde Hinte ging es jetzt um steigende Kosten für das Bauprojekt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Auf der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Hinte hieß es jetzt, dass sich der Eigenanteil für den Ausbau von rund 300.000 auf 600.000 Euro erhöht. Einen Anteil davon übernimmt die Stadt Emden. Wie groß der ist, konnte am Freitag allerdings dessen Pressesprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage unserer Zeitung nicht sagen. Entsprechende Unterlagen lägen der Stadt noch nicht vor, hieß es.

Gesamtkosten liegen bei 2,48 Millionen Euro

Insgesamt belaufen sich die Kosten für das interkommunale Sanierungsprojekt „Harsweger Ziegelei“ nun auf etwa 2,48 Millionen Euro. Dabei geht es sowohl um den gleichnamigen Weg, als auch um den Sielweg und um Teile des Heimstättenwegs. Die Verbindung dient vor allem Fußgängern und Radfahrern sowie auch dem landwirtschaftlichen Verkehr.

Grund für die gestiegenen Kosten ist das Ergebnis eines geologischen Streckengutachtens der Straßenbau Prüfstelle GmbH aus Leer, heißt es in einer Sitzungsvorlage für den Rat. Dieses Gutachten macht unter anderem Aussagen über die Tragfähigkeit des Untergrundes, über Verwertungsmöglichkeiten der auszutauschenden Böden sowie über das Abführen von aufstauendem Sickerwasser.

Andere Kommunen springen ab

Am bisherigen Zeitplan wird unterdessen festgehalten. So rechnet Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) nach wie vor mit einem Baubeginn zum Jahresende, wenn dann das Wetter mitspielt. Angedacht ist, die Radroute Harsweger Ziegelei/Heimstättenweg auf einer Länge von 2,7 Kilometern auf rund 3,5 Meter zu verbreitern und sowohl auf Emder als auch Hinteraner Seite die Beleuchtung auszubauen. Alles muss bis Ende des kommenden Jahres fertig sein, um den Anspruch auf die Fördermittel nicht zu verlieren.

Das hört sich zwar nach Druck an, könnte für die Gemeinde Hinte und die Stadt Emden aber auch von Vorteil sein. So habe die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersaschen (N-Bank) bereits durchblicken lassen, dass wegen der kurzen Ausführungszeit des Radverkehr-Sonderprogramms „Stadt und Land“ andere interessierte Kommunen schon wieder abgesprungen seien. Somit könnten diejenigen, die im Programm geblieben sind, am Ende auch von deren Förderanteilen profitieren.

Die Initiative, die schlussendlich zum Erfolg und zu den Fördermitteln führte, ging von der CDU Hinte aus. Wie dessen Fraktionsvorsitzende Ulrike Scholz-Benedictus unserer Zeitung im Februar sagte, habe es die Gemeinde-CDU über Parteikollegen und den Landtagsabgeordneten Ulf Thiele geschafft, die Sache anzuschieben.

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