Radverkehrskonzept  Auf dem Drahtesel schneller vorankommen ist das Ziel

| | 02.07.2022 14:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Wiesmoor sollen bessere Bedingungen für den Radverkehr geschaffen werden. Foto: dpa
In Wiesmoor sollen bessere Bedingungen für den Radverkehr geschaffen werden. Foto: dpa
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Das Radwegekonzept für Wiesmoor wird am kommenden Donnerstag im Verkehrsausschuss präsentiert. Was die Ziele sind und wie sich die Bürger eingebracht haben.

Wiesmoor - Die Blechlawinen, die im Feierabendverkehr entlang der Hauptstraße rollen, sollen künftig nicht mehr das Stadtbild in Wiesmoor prägen. Stattdessen könnten mehr Radfahrer auf größerem und sichererem Raum in der Innenstadt umweltfreundlich ihren Platz finden. Das ist ein mögliches Szenario, das in das Radwegekonzept für Wiesmoor einfließen könnte. Der Klimaschutz war die Keimzelle, aus der das Radwegekonzept entstanden ist, das am kommenden Donnerstag, 7. Juli, im Ausschuss für Verkehr und Feuerschutz vorgestellt werden soll. Der Ausschuss tagt ab 16 Uhr im Forum der KGS Wiesmoor, Schulstraße 8.

Was und warum

Darum geht es: In der Stadt Wiesmoor sollen die Verkehrswege für Radfahrer verbessert werden, damit mehr Menschen auf das umweltfreundliche Zweirad umsteigen. Ganz im Sinne des Klimaschutzes.

Vor allem interessant für: alle Verkehrsteilnehmer in Wiesmoor

Deshalb berichten wir: Am kommenden Donnerstag soll das Radverkehrskonzept im Verkehrsausschuss vorgestellt werden.

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„Wir haben uns als Stadtverwaltung gefragt, was wir in Sachen Klimaschutz noch tun können“, berichtet Heidrun Engelbrecht, die das Projekt auf Seiten der Stadt betreut. „Wo können wir etwas umsetzen?“, war die praktische Frage. Schnell sei das Thema Mobilität mit dem Schwerpunkt Radverkehr dann in den Fokus der Verwaltung gerückt. Eine interne Projektgruppe habe anschließend überlegt, wie die Wiesmoorer und Touristen für das Zweirad gewonnen werden könnten. Am Ende wurde das Vareler Ingenieurbüro Roelcke und Schwerdhelm beauftragt, ein Radverkehrskonzept zu erstellen.

Die Schwachstellen zusammengetragen

Mit Spannung erwartet auch Engelbrecht die Präsentation der Verkehrsplaner: „Ich weiß auch noch nicht, zu welchen Schlüssen die Fachleute gekommen sind.“ Grundsätzlich habe der Radverkehr auch heute schon einen hohen Stellenwert in der Stadt, wenn auch zumeist in der Innenstadt nur kurze Wege zurückgelegt werden, sagt die städtische Mitarbeiterin. Andererseits seien die Radwege ausbaufähig. Dies hätte auch ein Arbeitskreis, der im Januar und März nicht öffentlich tagte, erkannt: „Dort haben wir mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Vertretern aus Kommunalpolitik und von Interessensverbänden, aber auch der Polizei Schwachstellen zusammengetragen, wo Handlungsbedarf besteht.“

Eingebunden in das Projekt Radwegekonzept waren von Beginn an auch die Bürger selbst. Bei einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Oktober des vergangenen Jahres, konnten sie ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. „Die Beteiligung war hervorragend, die Leute hatten sehr gute Ideen“, betont Engelbrecht. Zudem hatte die Verwaltung einen Fragebogen unter die Leute gebracht, aus dem heraus ein Stimmungsbild der Wiesmoorer zum Radverkehr abgeleitet werden konnte.

Die Ideen der Bürger waren gefragt

Als weiteres Instrument der Bürgerbeteiligung diente im Internet der Wege-Detektiv. Dies ist eine interaktive Online-Karte, auf der Interessierte in den Wochen nach der Auftaktveranstaltung aus ihrer Sicht wichtige Stellen anklicken, markieren und dort Probleme, aber auch Ideen eintragen konnten. Die Ergebnisse lassen sich heute noch im Internet abrufen. Ein entsprechender Link findet sich auf der Internetseite der Stadt Wiesmoor.

Vorgestellt werden sollen am Donnerstag Schwerpunkte, die das Ingenieurbüro erarbeitet und in einer Prioritätenliste geordnet hat. Engelbrecht erwartet, dass darin Vorschläge zu finden sind, die sich recht fix und effektiv umsetzen lassen. Dazu zählt sie Fragen der Beschilderung, oder Fahrradboxen und Fahrradbügel an Orten aufzustellen, an denen es sinnvoll erscheint. „Klar ist, dass die Verwaltung große Teile des Konzeptes umsetzen will. Zwar sieht sie Wiesmoor auch heute schon gut aufgestellt, was Radwege anbelangt, aber nicht alles, was vorhanden sei, entspreche aktuellen Standards.

„Im Innenstadtbereich sind breitere Radwege sicherlich wünschenswert, aber auch eine Herausforderung: Wir haben da viele Bäume, die wir natürlich erhalten wollen.“ Auf einen Zeithorizont, wie schnell sich Verbesserungen umsetzen lassen, wollte sie sich nicht festlegen. Denn eines sei klar: „Wo die Reise hingeht, das entscheidet die Politik.“ Und über den eigenen Tellerrand hinaus blicke die Wiesmoorer Verwaltung auch. Die überörtlichen Radwegeverbindungen dürften nicht aus den Augen verloren werden.

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