Reaktion auf Buch  Leeraner Politik wird über Umbenennung der Bavinkstraße diskutieren

Katja Mielcarek
|
Von Katja Mielcarek
| 04.07.2022 13:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Könnte umbenannt werden: die Bavinkstraße in Leer. Foto: Ortgies/Archiv
Könnte umbenannt werden: die Bavinkstraße in Leer. Foto: Ortgies/Archiv
Artikel teilen:

Bernhard Bavink war ein namhafter Gelehrter – und ein strammer Nationalsozialist. Das könnte bald Folgen für den Namen einer Straße haben.

Leer - Behält die Bavinkstraße in Leer ihren Namen? Oder reagiert die Politik auf die Erkenntnisse, die der einstige Bürgermeister Wolfgang Kellner in seinem Buch „Vergiftetes Denken“ veröffentlicht hat, und benennt sie um?

Nach den Recherchen von Kellner war der 1879 in Leer geborene Bernhard Bavink zwar ein namhafter und erfolgreicher Wissenschaftler, er war aber auch ein Anhänger der Nationalsozialisten und hatte mit anderen die theoretischen Grundlagen für das Dritte Reich gelegt. Die Stadt Bielefeld hatte das schon im Jahr 1996 zum Anlass genommen, ihr damaliges Bavink-Gymnasium, an dem er lange Lehrer gewesen war, in Gymnasium am Waldhof umzubenennen.

Politik lehnt Arbeitsgruppe ab

Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) hatte vor einigen Wochen in einer Sitzung des nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschusses vorgeschlagen, eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema einzurichten. Er bestätigte entsprechende Informationen der Redaktion. Der Ausschuss habe das jedoch abgelehnt.

Das heiße aber nicht, dass das Thema nun beerdigt sei. Vielmehr habe man sich darauf geeinigt, dass das Leeraner Stadtarchiv das Thema aufbereiten und dann dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur einen Beschluss-Vorschlag unterbreiten werde. Der werde das Thema dann öffentlich diskutieren und über eine mögliche Umbenennung entscheiden. Denkbar seien aber auch Alternativen, beispielsweise, dass eine Infotafel über die Biografie Bavinks und seine Nähe zu den Nazis informiere.

Wann genau der Ausschuss diskutieren werde, stehe noch nicht fest, allzu lange werde es aber nicht dauern, so Horst. In einer Online-Umfrage dieser Zeitung Anfang des Jahres hatten sich 48 Prozent der Teilnehmer für eine Umbenennung ausgesprochen, 40 Prozent dagegen.

Ähnliche Artikel