Afrikanische Schweinepest  Tierseuche hat sich bisher nicht ausgebreitet

Dirk Fisser und To Nhi Quach
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Von Dirk Fisser und To Nhi Quach
| 04.07.2022 18:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Schwein steht im Stall eines Mastbetriebs. In einem Betrieb im Landkreis Emsland ist am Wochenende die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Foto: Rehder/DPA
Ein Schwein steht im Stall eines Mastbetriebs. In einem Betrieb im Landkreis Emsland ist am Wochenende die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Foto: Rehder/DPA
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Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Emsland gibt es gute Nachrichten: Bisher ist wohl kein weiterer Betrieb betroffen. In Ostfriesland wächst aber die Sorge um das Image des Fleischs.

Hannover/Ostfriesland - Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Emsbüren im Landkreis Emsland sieht es vorläufig danach aus, dass keine weiteren Schweine auf anderen Bauernhöfen notgetötet werden müssen.

Nach Informationen unserer Redaktion sollen Untersuchungen auf einem sogenannten Kontaktbetrieb in der Samtgemeinde Freren keine Hinweise auf eine Infektion der Tiere ergeben haben. Weder sollen die Schweine Krankheitssymptome gezeigt haben, noch soll das Virus bei ersten Blutuntersuchungen gefunden worden sein.

Ostfriesischer LHV-Präsident rät dazu, Ruhe zu bewahren

Das Landwirtschaftsministerium in Hannover will sich dazu erst am Dienstag äußern. Bislang war noch unklar, ob die rund 1800 Schweine in dem Betrieb ebenfalls getötet werden müssen. Der Landwirt hatte Ferkel von dem Bauernhof bezogen, auf dem am Sonnabend die ASP nachgewiesen worden war. Auf diesem Betrieb sind inzwischen alle Schweine getötet worden. Am Sonntag keulte eine Spezialfirma die 280 Sauen und rund 1500 Ferkel. Ab diesem Dienstag gilt eine Sperrzone um den Ausbruchsbetrieb in Emsbüren.

Bislang gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich die Tierseuche im Emsland oder angrenzenden Regionen weiter ausgebreitet hat. Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LHV) Ostfriesland, hält eine Ausbreitung der ASP in der Region auch für unwahrscheinlich. Gegen ein erhöhtes Risiko spreche, dass der Erreger nur über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen werde und die Betriebe der Schweinehalter in Ostfriesland relativ weit auseinander lägen. Tannen ist zuversichtlich: „Die Behörden und Landwirtschaftsbetriebe arbeiten eng zusammen, um eine professionelle Eindämmung zu gewährleisten“, sagte er.

ASP sei seit geraumer Zeit bekannt, sagte der LHV-Präsident. Bewährte Maßnahmen zum sicheren Umgang mit der Infektionskrankheit würden bereits umgesetzt, um eine weitläufige Ausbreitung womöglich auch nach Ostfriesland zu vermeiden. Dennoch sei davon auszugehen, dass der Ausbruch im Emsland dem Image des Schweinefleisches schade, meinte Tannen. Die Konsumenten seien besorgt über eine mögliche Belastung, weshalb zu erwarten sei, dass weniger Schweinefleisch gekauft werde. Tannen appellierte ausdrücklich, Ruhe zu bewahren. Eine Infektion vom Tier zum Menschen sei ausgeschlossen, da es sich bei der ASP um eine Tierseuche handele. Für den Menschen sei der Ausbruch ungefährlich.

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